Hacker will Wochenend-Lockdowns in ganz Österreich

Der Wiener Gesundheitsstadtrat Hacker plant zeitlich auf das Wochenende beschränkte Lockdowns. Er will das Konzept bundesweit umsetzen.

Der Vorstoß des SPÖ-Gesundheitsstadtrats am Dienstag sorgte in der Bundeshauptstadt für Furore. Gegenüber der "Kronen Zeitung" erklärte Peter Hacker, dass man im Rathaus an Plänen für Wochenend-Lockdowns arbeite. Diese sollen offenbar als "Wellenbrecher" dienen – "Heute" berichtete.

Doch wie soll das funktionieren? Hacker gibt einen Einblick. Von Montag bis Donnerstag- oder Freitagabend (das ist offenbar noch nicht ausdiskutiert) gibt es keine Ausgangsbeschränkungen tagsüber. Dabei gelten aber weiterhin die bisherigen Regeln wie Maskenpflicht, Mindestabstand und auch die 20-Quadratmeter-Regel in den Shops.

"Kein radikales Modell"

Apropos Shops: Die sollen in dem Konzept der Stadt geöffnet bleiben. Auch die Gastronomie könnte in so einem Rahmen wieder Gäste bewirten – anfangs mit einer Sperrstunde ab etwa 20 Uhr. Später könne man diese weiter nach hinten verschieben. Aber, so Hacker: "Das ist kein radikales Modell, wir machen nicht alles auf."

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei einer Presskonferenz zu den Massentests in Wien
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei einer Presskonferenz zu den Massentests in WienFlorian Schroetter / EXPA / picturedesk.com

Für das Wochenende soll dann wieder ein harter Lockdown gelten. Alles muss schließen. Die einzige Ausnahme besteht für Supermärkte, Apotheken und andere systemrelevante Dienste. Dieses Vorgehen würde sich jede Woche wiederholen, später nur alle zwei Wochen.

Bundesweite Umsetzung angepeilt

Die Stadt Wien selbst plant aber nicht, Hackers Konzept umzusetzen. Das könnte sie auch nicht, wie gegenüber "Heute" bestätigt wurde. Einzelne Länder dürfen maximal eine Verschärfung der bundesweiten Maßnahmen festsetzen, lockerere aber nicht. Deshalb wolle man die Wochenend-Lockdowns nun der Bundesregierung als Vorschlag unterbreiten – die tatsächliche Umsetzung müsste, um Sinn zu machen, sowieso in allen Ländern erfolgen.

Aus dem Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kommen allerdings zurückhaltende Töne: "Es handelt sich um eine interessante Idee des Stadtrates", zitiert der "Kurier". Ob man diese aber unterstützen würde, blieb derweil offen.

Eigener Rhythmus

"Eine Pandemie bewegt sich immer in Wellen, das ist nichts Konstantes. Mit der Idee der Wochenend-Lockdowns können wir dem Geschehen unseren eigenen Rhythmus aufzwingen", erklärt der Gesundheitsstadtrat die Idee hinter einer solchen Maßnahme. "Bekanntlich dauert es vier Tage, bis Infizierte andere infizieren können. Das neue Modell würde so als Wellenbrecher fungieren."

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