Mit 738.650 Followern ist El Hotzo (Sebastian Hotz) der größte deutschsprachige Twitter-Account, der kein Promi im klassischen Sinne ist. Aufgrund der großen Anhängerschaft sorgen seine satirischen Postings aber immer wieder für Diskussionen – und Anzeigen. Seinen Job beim ZDF ist er mittlerweile schon los.
Ein jahrelanges, gerichtliches Nachspiel hatte ein Post aus dem Juli 2024. Nach dem Anschlag auf Donald Trump hatte der Autor hämische Beiträge veröffentlicht. Das Kammergericht Berlin hat am Freitag die Revision der Staatsanwaltschaft aber abgelehnt. Damit wird der Fall nicht noch einmal aufgerollt.
Nach dem Anschlag auf Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania fragte Hotz auf X, was der letzte Bus und Trump gemeinsam hätten, und antwortete selbst mit "leider knapp verpasst". Kurz darauf schrieb er: "Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben."
Rund 50 Anzeigen gingen daraufhin bei der Polizei gegen den gebürtigen Franken ein. Die Staatsanwaltschaft in Berlin brachte daraufhin Anklage wegen Billigung von Straftaten ein. Es kam zum Prozess vor dem Amtsgericht Berlin. Im Juli 2025 wurde Hotz freigesprochen. Das Gericht begründete den Freispruch damit, dass die Beiträge eindeutig als Satire zu erkennen seien.
Die Staatsanwaltschaft legte dagegen Revision ein und argumentierte, dass vor allem der Satz "Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben" als Hetze zu werten sei. Das Kammergericht sah das anders.
Es kam zu einer ähnlichen Einschätzung wie das Amtsgericht. Beim Posting über den verpassten Bus handle es sich klar um einen "klassischen Fall von Machtkritik", so Richter Gregor Herb. Der zweite Beitrag müsse im Zusammenhang mit dem satirischen ersten gesehen werden. Außerdem sei bei diesem klar der "Trump'sche Sprachduktus" verwendet worden.
Hotz erklärte vor Gericht in einem kurzen Statement, dass er den umstrittenen Satz über Faschisten auch nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei durch einen israelisch-amerikanischen Luftangriff vor einigen Wochen gepostet habe. Damals habe es viele positive Reaktionen im Internet gegeben, angezeigt worden sei er aber nicht, sagte Hotz.