Rückfahrt von Europapark

"Hätte böse enden können": Bus-Fahrer schaut Video

Ein Video zeigt, wie ein Chauffeur von Eurobus auf der Linie Europapark-Bern-Genf während der Fahrt auf dem Handy ein Video schaut.

20 Minuten
"Hätte böse enden können": Bus-Fahrer schaut Video
Im Video ist zu sehen, wie der Buschauffeur während der Fahrt ein Video schaut.
LEANDRE DUGGAN / Keystone / picturedesk.com / Symbolbild

Angelo (25) aus Rüdtligen-Alchenflüh BE ist schockiert: Als er zusammen mit seinem Kollegen am Dienstagabend mit Eurobus aus dem Europapark nach Hause reist, beobachtet er, wie der Busfahrer am Steuer Videos schaut, wie er 20 Minuten erzählt. "Der Bus machte während der Fahrt mehrmals leichte Schlenker nach rechts, das hat mich beunruhigt." Daraufhin sei Angelo, der im Bus gleich hinter dem Fahrer saß, aufgestanden und habe diesem über die Schulter geschaut. "Da bemerkte ich, dass sich der Chauffeur auf dem Handy irgendwelche Videos reinzieht. Das Handy hat er sich links vom Armaturenbrett so hingelegt, dass es nicht verrutscht."

"Das hätte böse enden können"

Weil er das Verhalten des Fahrers riskant und unverantwortlich fand, habe Angelo den Vorfall mit dem Handy aufgenommen (siehe Video). "Im Bus waren zwischen 15 und 20 Fahrgäste. Draußen war es dunkel und es stürmte. Das hätte böse enden können", meint der 25-Jährige. Da er den Fahrer nicht weiter ablenken wollte, habe Angelo aber darauf verzichtet, ihn auf sein Verhalten anzusprechen. "Während der weiteren Fahrt hatte ich ein ziemlich mulmiges Gefühl." Dementsprechend erleichtert ist er bei seiner Ankunft in Alchenflüh: "Zum Glück sind wir sicher zu Hause angekommen."

Trotz des Vorfalls würde Angelo wieder in einen Eurobus steigen. "Ich habe kein Auto. Um in den Europapark zu kommen, bin ich auf Eurobus angewiesen." Angelo hofft, dass sein Video etwas auslöst und das Unternehmen Maßnahmen ergreift: "Eine Kündigung wäre eigentlich schon angebracht."

Eurobus leitet Untersuchung ein

Die Eurobus-Gruppe hat durch 20 Minuten vom Video erfahren und nimmt den Fall ernst. "Wir haben umgehend eine interne Untersuchung des Falles eingeleitet und entsprechende Maßnahmen werden geprüft", sagt der Geschäftsführer Patrick Nussbaumer. Die Richtlinien in Bezug auf die Verwendung von Smartphones während der Arbeit seien sowohl in den Anstellungsbedingungen wie auch im Chauffeur-Handbuch mehrfach und deutlich festgehalten. Zuwiderhandlungen würden nicht toleriert. "Fahrgäste, die mit dem Fahrstil oder dem Verhalten des Chauffeurs nicht einverstanden sind, sollen ihn im Bus direkt ansprechen und den Sachverhalt dem Reiseanbieter melden", empfiehlt Nussbaumer.

Kein Einzelfall

Es ist nicht das erste Mal, dass Buschauffeure während der Fahrt am Handy erwischt werden. Im Mai 2023 berichtete eine 26-jährige St. Gallerin von einer Horrorfahrt mit Flixbus nach München. Während der gesamten Fahrt sei der Fahrer am Handy gewesen und sei deshalb Zickzack gefahren. Bei einem ähnlichen Vorfall im Oktober 2022 erlebte eine Leserin, dass Flixbus-Fahrer sowohl bei der Hin- als auch der Rückfahrt von Basel nach München während des Lenkens mit dem Handy beschäftigt waren. In beiden Fällen kündigte Flixbus eine interne Untersuchung an.

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