Der 29-Jährige steckte zum zweiten Mal in Serie einen Satzrückstand wett, setzte sich gegen den aufschlagstarken Franzosen Arthur Rinderknech mit 4:6, 6:3 und 6:4 durch, spielte vor allem gegen Ende des zweiten und über weite Strecken des dritten Satzes groß auf. Da waren Ballwechsel dabei, die an die Glanzzeiten der ehemaligen Nummer drei der Weltrangliste erinnerten.
"Eigentlich war nur der Start schlecht, nur das erste Game. Das war schrecklich", analysierte der sichtlich erleichterte Lichtenwörther nach dem Spiel den Halbfinal-Einzug. Thiem kassierte sofort das Break, damit war der erste Satz früh verloren. "Es ist dann gut gegangen gegen einen großartigen Gegner. Es war wieder eine großartige Nacht, unglaublich", so der 29-Jährige weiter.
Thiem gelang mit dem Sprung unter die Top Vier eine Premiere im Jahr 2023. Österreichs aktuelle Nummer drei schaffte es erstmals in diesem Jahr in ein ATP-Halbfinale. "Dafür hätte ich mir keinen besseren Ort aussuchen können", so Thiem in Richtung der 5.800 begeisterten Fans im ausverkauften Kitzbüheler Stadion, die den US-Open-Sieger von 2020 anpeitschten. "Auf die Unterstützung kann ich mich verlassen, darauf kann ich bauen. Die Stimmung war am Kochen", so der 29-Jährige weiter.
Bei Thiem ist jedenfalls das Selbstvertrauen wieder da. Das stellten Angriffsbälle mit der Vorhand, Rückhand-longline-Schläge und immer wieder eingestreute Stopp-Bälle unter Beweis. "Ich habe mich wirklich gut gefühlt. Sobald der Ball im Spiel war, war es gut. Jetzt kann ich glücklich ins Bett gehen, ein paar Stunden genießen", so Thiem.
Im Halbfinale am Freitag wartet nun der Serbe Laslo Djere, der in herausragender Form ist. Der nächste Prüfstein für Thiem.