"Hamas-Terroristen nehmen tote Zivilisten in Kauf"

Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), Arye Sharuz Shalicar
Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF), Arye Sharuz ShalicarIDF
"Heute" hat den Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte über die aktuelle Lage interviewt. Der Schutz der Zivilisten sei ihm sehr wichtig.

4.070 Raketen haben Terroristen in den letzten Tagen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Zehn Menschen, darunter zwei Kinder, starben im Raketenhagel. 610 Raketen explodierten noch im Palästinensergebiet selbst, forderten Dutzende Todesopfer.

"Heute" hat mit dem Sprecher der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Arye Sharuz Shalicar, über die aktuelle Lage gesprochen: "Die IDF konnte die Raketeninfrastruktur der Hamas schwächen, gezielt Terroristen angegriffen. Unter den 200 Todesopfern sind 170 Terroristen (!) der Hamas und des Islamischen Dschihad. Die Elite der Terrororganisationen sei aber noch am Leben, weil sie sich in Gebäuden von Zivilisten verschanzen. "Sie benutzen absichtlich Zivilisten als Schutzschilder".

"Welche Armee der Welt ruft vorher an, um zu warnen?"

Auch im von vielen kritisierten Angriff auf das Al-Jalaa-Gebäude, in dem sich auch Medien befanden, sei das der Fall gewesen: "Die Terroristen sind so dreist und nehmen sogar internationale Medien als Schutzschild". Diese waren beim Angriff natürlich nicht unser Ziel, sondern  die Terrorbüros, die im gleichen Gebäude waren. Wir haben vorher die Journalisten angerufen und ihnen gesagt, dass wir angreifen. Welche Armee ruft vorher an, um zu warnen? Wir haben das gemacht, obwohl so auch die Terroristen flüchten konnten".

Schutz von Zivilisten hat für Israel Priorität

90 Prozent der Hamas-Raketen konnte bislang in Israel vom "Iron Dome" abgefangen werden: "Während die Terroristen im Gazastreifen in Bomben investieren, stecken wir Milliarden in den Schutz der jüdischen, christlichen und muslimischen Bevölkerung. Ohne den Iron Dome hätte Israel bereits mehr als 1.000 Todesopfer."

"Bevor wir angreifen, warnen wir. Wir nennen das: 'knocking on the roof'".

Der Schutz von Zivilisten hat für Israel immer Priorität – selbstverständlich auch bei Angriffen im Gazastreifen: "Die Hamas versteckt sich jedoch in Wohnhäusern – wir wollen aber nur die Terroristen treffen. Deshalb werden vor Angriffen Lärmbomben abgeworfen, damit Zivilisten fliehen können. "Wir nennen das 'knocking on the roof'". Jedes zivile Opfer sei eines zu viel – aber: "Die Hamas-Terroristen nehmen tote Zivilisten in Kauf. Sie wollen diese Bilder, die sie verbreiten können."

Waffenstillstand

Warum die Einigung auf einen Waffenstillstand so schwierig ist: Jede einzelne Rakete sei ein Mordversuch auf Israels Bevölkerung: "Stellen Sie sich vor, in Wien versucht jemand mehr als 4.000 Mal eine Familie umzubringen. Und anschließend sagt der Angreifer, 'Ok, ich habe es nicht geschafft, machen wir eine Waffenruhe bis mir der nächste Versuch gelingt'", so Shalicar.

Am späten Donnerstagabend kam es dann aber doch zu einer Waffenruhe. Beide Konfliktparteien einigten sich darauf, die Raketen am Boden zu lassen. Die Pause trat um 2 Uhr nachts in Kraft – "Heute" berichtete.

Als Vermittler soll nun Ägypten eine tragende Rolle zukommen. Seit Beginn des Konflikts starben zumindest 200 Zivilisten auf palästinensischer Seite sowie rund zehn Israelis.

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