Die Hamburger haben in einem Referendum gegen eine Olympia-Bewerbung ihrer Stadt gestimmt. Das hat der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Sonntagabend nach Auszählung eines Großteils der Stimmen bekannt gegeben. Er meinte, er bedaure das Votum und habe den Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbunds schon informiert, dass Hamburg seine Bewerbung jetzt zurückziehen werde.
Nach dem Referendum in Hamburg sind noch Berlin, München und die Region Köln-Rhein-Ruhr im Rennen um das deutsche Olympia-Konzept. Deutschland will sich für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Zuständig dafür ist der Deutsche Olympische Sportbund, das Konzept für die Bewerbung wird gerade ausgearbeitet. Wer am Ende den Zuschlag bekommt, entscheidet das Internationale Olympische Komitee. Ob Deutschland die Spiele wirklich bekommt, steht aber noch in den Sternen.
München und die meisten Städte aus der Region Köln-Rhein-Ruhr, die gemeinsam für Nordrhein-Westfalen antreten wollen, haben in Volksbefragungen schon für eine Ausrichtung gestimmt. Auch die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel, die bei allen Varianten die Segelbewerbe übernehmen würde, hat sich schon dafür ausgesprochen. In der Bundeshauptstadt Berlin ist allerdings kein Bürgerentscheid geplant.
Der Olympische Sportbund will im Herbst entscheiden, mit welchem Standort Deutschland international ins Rennen um die Spiele ab 2036 geht. Die Olympischen Sommerspiele bis dahin sind schon vergeben: 2028 finden sie in Los Angeles statt, 2032 dann im australischen Brisbane.
Für Hamburg ist es übrigens schon das zweite Mal, dass Olympia-Pläne durch einen Bürgerentscheid gestoppt werden. Schon 2015 hat die Mehrheit der Hamburger in einem Referendum gegen eine Bewerbung für die Sommerspiele 2024 gestimmt.