Ging der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski lange Zeit davon aus, einen Sieg der Ukraine auf dem Schlachtfeld herbeiführen zu können, schlägt er mittlerweile deutlich andere Töne an. "Die Ukraine muss für alle diplomatischen Verhandlungen stark sein. Die Frage ist nicht, mit wem man spricht – die Frage ist, in welcher Position man sich befindet", schreibt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal.
Nun berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa von einer weiteren bitteren Pille, die das ukrainische Staatsoberhaupt schlucken muss. "Wir werden die Krim und den Donbass nicht zurückerobern können". Die Ukraine, so gab Präsident Wolodimir Selenski zu, verfüge derzeit nicht über ausreichende Streitkräfte, um den Donbass und die Krim mit Waffen zurückzuerobern, und sei daher auf Diplomatie angewiesen.
Selenski hielt zudem fest: "Tatsächlich werden diese Gebiete jetzt von den Russen kontrolliert", sagte der ukrainische Staatschef in einem Interview mit "Le Parisien", bevor er zu einer Reihe von Treffen mit europäischen Staats- und Regierungschefs nach Brüssel flog.
Auch wenn Selenski die gegenwärtigen Gegebenheiten hinnimmt, bleibt die Ukraine dennoch in einem Punkt hart. "Wir werden die besetzten Gebiete rechtlich nicht anerkennen", betonte Selenski. Er sagte, dass es in dieser Frage keinen Kompromiss geben werde.