Nach Streiks

Handels-Löhne: Das bringt der Showdown nach Weihnachten

Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen sich doch noch heuer einigen. Ein Gehaltsabschluss erst im neuen Jahr wäre eine Premiere.

Angela Sellner
Handels-Löhne: Das bringt der Showdown nach Weihnachten
Die Handelsmitarbeiter kämpfen für eine "faire Lohnerhöhung". Mitten im Weihnachtsgeschäft kam es immer wieder zu kurzen wArnstreiks.
GPA

Jetzt kommt doch heuer noch Bewegung in die stockenden Gehaltsverhandlungen für die rund 430.000 Angestellten im heimischen Handel. Gleich nach Weihnachten, am 27. Dezember, findet die bereits siebte Verhandlungsrunde zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft statt. 

Damit soll verhindert werden, dass ein Gehaltsabschluss erst im neuen Jahr gelingt – das war nämlich noch nie vorher der Fall. 

Die Gewerkschaft fordert einen gestaffelten Gehaltsabschluss zwischen 8,48 und 9,38 Prozent. Das letzte Angebot der Arbeitgeber lag bei acht Prozent.

Warnstreiks

Die sechste Verhandlungsrunde war in der Vorwoche nach fast zehn Stunden abgebrochen worden. Danach hatten in ganz Österreich Warnstreiks und öffentliche Aktionen stattgefunden – mitten im Weihnachtsgeschäft – die bis zum Samstag andauern sollten.

"Die Gewerkschaft wehrt sich nach wie vor, die wirtschaftlichen Realitäten im Handel anzuerkennen", hatte Rainer Trefelik, Chefverhandler der Arbeitgeber, nach dem Scheitern der sechsten Verhandlung beklagt. Mit den "wirtschaftlichen Realitäten" meint er große Kostensteigerungen in sämtlichen Bereichen – von den Energiepreisen über die Logistik bis hin zu den Mieten – sowie reale Umsatzverluste seit vielen Monaten.

Handel ist die Branche, die mit Abstand am stärksten von Insolvenzen betroffen ist"
Rainer Will
Geschäftsführer Handelsverband

"Der Handel ist die Branche, die mit Abstand am stärksten von Insolvenzen betroffen ist", ergänzt Handelsverbands-Geschäftsführer Rainer Will. Laut KSV1870-Hochrechnung wurde im Handel heuer mit 1.003 insolventen Unternehmen (+17 %) erstmals seit Jahren die Tausendergrenze überschritten. Weit über 6.400 Geschäfte mussten im diesem Jahr bereits zusperren.

Vorgehen der Arbeitgeber kommt einer Verhöhnung der Beschäftigten gleich
Helga Fichtinger
Chefverhandlerin Gewerkschaft GPA

"Das Vorgehen der Arbeitgeber kommt einer Verhöhnung der Beschäftigten gleich, die nach wie vor nicht wissen, ob sie zum Jahreswechsel eine gesicherte Gehaltserhöhung erhalten", empört sich Helga Fichtinger, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA.

Nun wird also ein neuer Anlauf genommen, die Lohnerhöhung für die Handelsangestellten noch heuer zu klären.

FOTOSTRECKE: Handelsangestellte streiken für faire Lohnerhöhung

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    Am Montag, dem 18. Dezember 2023, haben die Beschäftigten in sieben Geschäften im Gewerbepark Ansfelden in Oberösterreich Warnstreiks durchgeführt.
    Am Montag, dem 18. Dezember 2023, haben die Beschäftigten in sieben Geschäften im Gewerbepark Ansfelden in Oberösterreich Warnstreiks durchgeführt.
    TEAM FOTOKERSCHI.AT / WERNER KERSCHBAUMMAYR
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