Die Auslöser für Migräne sind so vielfältig, wie die Patienten. Weil diese oft nicht in einem Arztgespräch rekonstruiert werden können, hilft nun eine neue App beim Erfassen von Migräneauslösern.
Eine neue Studie im Top-Journal "Cephalagia" stellt fest: Oft sind es nicht die allgemein analysierbaren Auslöser, die verursachen. Bei den meisten Patienten sind es individuelle Gründe, die nicht pauschal feststellbar sind. Eine neue App hilft nun, die persönlichen Grüne individuell zu erfassen.
Gerüche, die Migräne auslösen
Jeder einzelne Patient kann mit der App "Curelator" ein Migränetagebuch führen und so Symptome erkennen, die bei ihm persönlich Migräne auslösen. Die Palette an Auslösern reicht hier von Nackenschmerzen und Müdigkeit bis hin zu Gerüchen, ausgelassenen Mahlzeiten oder grellem Licht.
Klärt Mythen auf
Aber die Tagebuchfunktion ist nicht das einzige Feature der App. Sie widerlegt auch Gerüchte, indem sie einem sagt, was Migräne eben nicht auslöst. "Oftmals haben Menschen zum Beispiel auf Schokolade oder Käse verzichtet, weil sie angenommen haben, dass diese Lebensmittel Kopfschmerzen verursachen. Andere haben kaum noch Sport gemacht. Wenn sie wissen, dass ihnen das keine Kopfschmerzen bereitet, müssen sie das nicht vermeiden", so Neurologe Christian Wöber von der MedUni Wien.
Die App wurde in Kooperation mit der MedUni Wien entwickelt und an 326 Personen getestet. Es zeigte sich, das bei 87 Prozent der Patienten nach 90 Tagen Faktoren zutage gefördert wurden, die bei den Betroffenen zu Migräneattacken führen, wie Wöber erklärt.
Das Programm für iPhone und iPad ist derzeit nur auf Englisch verfügbar und kostet 50 Euro.