Paul, jetzt 12, will nicht mehr in Weihnachtskolumnen vorkommen. Er werde in der Schule gehänselt, sagt er. Vielleicht der Neid, der ist oft ein Hund, erwidere ich. Nutzt nichts. In manchen Situationen des Lebens ist er wie Trump (ohne die Schimpfworte natürlich) - er versteht nur, was er will.
Paul, jetzt 12, will nicht mehr in Weihnachtskolumnen vorkommen. Er werde in der Schule gehänselt, sagt er. Vielleicht der Neid, der ist oft ein Hund, erwidere ich. Nutzt nichts. In manchen Situationen des Lebens ist er wie Trump (ohne die Schimpfworte natürlich) – er versteht nur, was er will.
Also heißt mein Held der Kolumne heuer, sagen wir einmal, Hans. Dieser Hans schreibt keine Wunschzettel mehr wie früher, nicht mit der Hand, nicht am Laptop, nicht mit Fotos angereichert. Der Glaube ans Christkind ist abgestreift. Hans sieht Weihnachten pragmatisch wie viele Kinder: als Bringschuld der Eltern. Natürlich nicht ganz. Gespräche werden zufällig in bestimmte Richtungen gelenkt, Anzeigen in Zeitungen auffällig am Wohnzimmertisch platziert.
Geräte, die nicht mehr chic sind, geben über Nacht plötzlich den Geist auf und dieser Umstand wird lautstark beklagt. Die Eltern, so denkt Hans, mögen privat ganz nett sein, aber beruflich, als Christkindln, sind sie – nun ja. Am Heiligen Abend wird er trotzdem große Augen machen. Das ist das Schöne an Weihnachten. Ob 8 oder 80: Es macht uns alle zu Kindern. Bewahren Sie sich das. Friedliches Fest!.