"Nadel im Kopf"

Hanta-Virus! ÖFB-Trainer kämpfte auf Intensiv um Leben

Ralph Hasenhüttl berichtet über seine lebensgefährliche Hantavirus-Erkrankung. Der Bundesliga-Coach lag zwei Wochen auf der Intensivstation.
Sport Heute
07.05.2026, 20:32
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ÖFB-Trainer Ralph Hasenhüttl hat erstmals ausführlich über seine schwere Hantavirus-Erkrankung gesprochen. Der frühere Trainer von RB Leipzig und Wolfsburg erinnert sich an "die schlimmsten drei Wochen" seines Lebens – und daran, wie ihn das Virus beinahe das Leben kostete.

"Als hätte ich ein Messer im Rücken"

Nach einer Mountainbike-Tour 2012 im Trainingslager mit dem VFR Aalen habe er sich zunächst nur erschöpft gefühlt. Doch kurz darauf seien massive Schmerzen aufgetreten. "Es war, als würde mir eine Nadel in den Kopf gestochen", schildert Hasenhüttl gegenüber der britischen Zeitung "Mirror". Dazu kamen heftige Rückenschmerzen – "als hätte ich ein Messer im Rücken".

Dann die Schock-Diagnose Hantavirus. Laut Hasenhüttl schwollen seine Organe an, Leber und Nieren drückten auf andere Organe. Der Österreicher musste auf die Intensivstation und kämpfte dort zwei Wochen lang um sein Leben. Besonders belastend sei gewesen, dass es keine gezielte Behandlung gebe. "Man muss warten, bis der Körper Antikörper bildet, und dabei hoffen, zu überleben."

Beim Reinigen infiziert

Vor allem an seinen Herzschlag könne er sich bis heute erinnern. Dieser sei so stark gewesen, dass er nachts davon aufgewacht sei. Wie er sich infiziert hat, dürfte laut eigener Aussage eine alltägliche Situation ausgelöst haben. Hasenhüttl vermutet, dass er sich beim Reinigen seiner Terrasse angesteckt habe – vermutlich durch virenhaltigen Staub.

Das Hantavirus wird meist durch Nagetiere übertragen. Menschen infizieren sich etwa über Kot, Urin oder Speichel, deren Partikel in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Die Krankheit beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. In schweren Fällen kann es zu Atemproblemen oder Organversagen kommen.

Wie gefährlich die Infektion sein kann, zeigt derzeit auch ein Vorfall auf dem Kreuzfahrtschiff "Hondius" vor Afrika. Dort kamen bereits drei Menschen ums Leben. Rund 150 Passagiere sitzen fest, mehrere Infizierte mussten ausgeflogen werden. Die Weltgesundheitsorganisation prüft aktuell sogar, ob sich das Virus in diesem Fall auch von Mensch zu Mensch übertragen haben könnte.

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