Bei einem weiteren Crewmitglied des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" ist jetzt eine Hantavirus-Infektion festgestellt worden. Die Niederlande haben laut WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf bestätigt, dass sich das betroffene Crewmitglied bereits in den Niederlanden in Isolation befunden hat.
An Bord der "Hondius" war es während einer mehrwöchigen Kreuzfahrt von Argentinien zu den Kapverden zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen. Drei Passagiere sind gestorben, darunter eine Deutsche. Bei zwei von ihnen wurde das Virus nachgewiesen, beim dritten Todesopfer gilt eine Hantavirus-Infektion als wahrscheinlich. Mit dem jetzt gemeldeten Fall steigt die Zahl der bestätigten oder vermuteten Ansteckungen mit dem Hantavirus laut WHO auf insgesamt zwölf, einschließlich der Todesopfer.
Vor knapp zwei Wochen sind mehr als 120 Passagiere und Crewmitglieder in Teneriffa von Bord gegangen und mit Sondermaschinen in ihre Heimatländer zurückgebracht worden. Aufgrund der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen weiterhin isoliert und medizinisch überwacht.
Das aktuell positiv getestete Crewmitglied wurde vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht, wie die niederländischen Gesundheitsbehörden mitteilen. Dort befindet sich die Person auf einer Isolierstation.
Hantaviren lösen schwere Atemwegserkrankungen aus, eine Impfung gibt es nicht. Normalerweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel von infizierten Nagetieren. Bei dem Virusstamm, der sich auf der "Hondius" ausgebreitet hat, handelt es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige bekannte Hantavirusstamm, der nachweislich von Mensch zu Mensch übertragbar ist.