Entertainer Hape Kerkeling (61) schlägt Alarm: Im Internet herrscht aus seiner Sicht ein regelrechter Krieg. "Da tobt wirklich ein Stellvertreterbürgerkrieg, den wir Gott sei Dank auf den Straßen noch nicht ausfechten", sagte er in einem Podcast zum diesjährigen Christopher Street Day (CSD) in Leipzig.
Der für seine Kunstfigur Horst Schlämmer bekannte Autor erhält nach eigenen Angaben massive Anfeindungen. "Theoretisch wurde ich im Netz schon gelyncht für all das, was ich gesagt habe", so Kerkeling. Solche Reaktionen bekomme er vor allem, seit er sich offen gegen Rechts positioniere.
Wie bunte.de berichtet, läuft derzeit sogar eine Online-Petition, die Kerkeling als Bundespräsidenten fordert - mit über 47.000 Unterstützern. Auf die Frage, ob er sich das höchste deutsche Staatsamt zutraue, antwortete er: "Wenn ich so in die Welt schaue und mir angucke, wer in der Welt in führenden Positionen das Sagen hat, dann bin ich geneigt zu sagen: Ja, das traue ich mir zu."
Der Bestseller-Autor von "Ich bin dann mal weg" ist heuer Botschafter des CSD in Leipzig und des brandenburgischen Golßen. Der CSD sei neben einer großen Party vor allem ein Kampf um Bürgerrechte, betonte er.
Die Rechte von queeren Menschen sollten stärker im Grundgesetz verankert werden, fordert der 61-Jährige. "Wir müssen deutlich sagen - alle miteinander, die Mehrheitsgesellschaft - dass wir Vielfalt wollen." Vielfalt sei gesund für die Gesellschaft und schaffe Augenhöhe.
Obwohl Kerkeling als Botschafter fungiert, wird er bei den Veranstaltungen nicht persönlich dabei sein können. "Privat bin ich eher eine zurückhaltende Type und reiße mich gar nicht so sehr darum, im Mittelpunkt zu stehen", gestand er. Leipzig sei allerdings eine seiner Lieblingsstädte.