Happy End für verbrannte Tierversuchs-Schweinchen

Zwei Forscher bringen es nicht übers Herz, drei junge Labor-Schweinchen nach Versuchsende zu töten. Es fand sich eine bessere Lösung.

Heute (24.April) ist der Internationale Tag zur Abschaffung der Tierversuche. Weltweit sollen jährlich mehr als 115 Millionen Tiere bei Tierversuchen getötet werden. Nicht so diese drei Glücksschweinchen der (amerikanischen) Rasse Duroc aus einem österreichischen Labor. Sie hatten Glück im Unglück und leben jetzt auf dem Tierschutzhof Pfotenhilfe in Lochen. (Salzburg/OÖ)

"Normalerweise werden Tiere, die für Tierversuche verwendet werden, immer anschließend getötet."

, so Johanna Stadler Pfotenhilfe-Chefin.

Schweine verbrannt, um Narbenbildung zu beobachten

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Die rund sieben Monate alten Schweine stammen aus einem österreichischen Labor. Wissenschaftler fügten den drei Schweinen in Narkose Brandwunden zu und beobachteten die Entwicklung der Narben, wie die Pfotenhilfe berichtet.

Im Fall der drei Duroc-Schweine haben zwei der beteiligten Wissenschaftler dies jedoch nicht über das Herz gebracht, freut sich Stadler.

Tierschutzhof statt einschläfern

Besagte Forscher fragten beim Tierschutzhof Pfotenhilfe an, ob man die drei "sehr zutraulichen, jungen Schweinchen" nach Versuchsende aufnehmen könnte. Der Tierschutzhof willigte ein und nahm die Schweinchen auf.

"Das war Liebe auf den ersten Blick. Tick, Trick und Track sind sehr verspielt, wahnsinnig lieb und sehr anhänglich.", ist Johanna Stadler entzückt.

Auffällig seien die relativ großen Brandwunden an ihren Flanken, die aber mittlerweile "verheilt sind und keine Schmerzen mehr verursachen dürften."

Tick, Trick und Track auf Wolke Sieben

Die drei jungen Glücksschweinchen können sich jetzt auf einer großzügigen Koppel des Tierschutzhofes vergnügen, graben, wälzen, spielen und so viele Mittagsschläfchen in der Sonne halten, wie sie wollen.

"Nach dem ersten Austoben war es erst einmal Zeit für ein Nachmittagsschläfchen in der Sonne, denn so viel Bewegung und frische Luft sind die Neuankömmlinge natürlich nicht gewöhnt.", so die Pfotenhilfe-Chefin. Die drei Schweinchen heißen jetzt Tick, Trick und Track. Weil sie so "quirlig" und "quietschfidel" sind.

Kritik an Tierversuchen



"Um Medikamente oder Impfungen gegen das Corona-Virus zu entwickeln, fällt Wissenschaftlern sogar im dritten Jahrtausend meist immer noch nichts Besseres ein, als den Versuch am lebenden, leidensfähigen, wehrlosen Tier", so Stadler.

Johanna Stadler kritisiert Tierversuche im Allgemeinen und auch die aktuelle Forschung an Tieren während der Corona-Krise scharf. Tierversuche sind längst überholt und "untauglich", so Stadler. Medikamente verhalten sich bei Menschenversuchen "oft ganz anders" als beim Tier. Zudem werden Forschungsmittel "hauptsächlich für die Forschung mit Tierversuchen vergeben, statt in Alternativen zu investieren".

"Computermodelle und dreidimensionale Zellmodelle sind da längst viel zuverlässiger", ist sich Stadler sicher. Immerhin haben nur die wenigsten Versuchstiere so viel Glück wie Tick, Trick und Track.

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