Mahrer will eigenen Status für Asylwerber in Lehre

Niemand habe etwas gegen eine "qualifizierte Zuwanderungsstrategie", sagt der Wirtschaftskammer-Präsident.

Das Vorhaben der türkis-blauen Bundesregierung, die Lehre für Asylwerber abzuschaffen, sorgte für teils heftige Reaktionen – "Heute" berichtete. Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer sprach am Dienstag im "Ö1 Morgenjournal" davon, dass man Asyl und qualifizierte Zuwanderung nicht vermischen solle.

Bereits jetzt gebe es eine rechtliche Möglichkeit, Lehrlingen mit negativem Asylbescheid ein humanitäres Bleiberecht auszusprechen. "Das würde sich als Lösung in diesen Fällen auch anbieten", so Mahrer.

Rot-Weiß-Rot-Karte verbessern

Doch der WKÖ-Präsident denkt weiter: "Wir hätten gerne einen eigenen Aufenthaltstitel für das Absolvieren der Lehre. Das gibt es für Schüler und Studenten. Sie kennen die berühmte Rot-Weiß-Rot-Karte. Die hat so ihre Macken, gehört natürlich verbessert. Sie ist zu kompliziert, die Verfahren dauern zu lang, es ist zu bürokratisch, die Kriterien sind vielleicht noch nicht optimal."

Er wünsche sich eine "Gesamtpaketlösung" in dieser Frage. Die WKÖ stehe der Regierung mit ihrer Expertise "natürlich mit Rat und Tat zur Seite" und wären bereit, "extrem schnell eine Lösung zu erarbeiten".

Niemand hat etwas gegen "qualifizierte Zuwanderungsstrategie"

Einer "qualifizierten Zuwanderungsstrategie für die Menschen, die wir am österreichischen Arbeitsmarkt brauchen", werde sich in Österreich niemand entgegenstellen, auch nicht die FPÖ, so Mahrer. Ganz einfach, weil man diese Menschen brauche, um Wohlstand, Wirtschaftswachstum und damit die soziale Sicherheit sicherzustellen.

Mahrer fordert, dass die Mangelberufsliste regionalisiert wird, "weil der Bedarf in Österreich auch sehr unterschiedlich ist". Um in spezifischen Ländern im Ausland anzuwerben, müsse man primär märkte ins Auge fassen, auf denen das Qualifizierungsniveau höher und die Ausbildung ähnlich der in Österreich sei. "Da sind schon eine Reihe sehr konkreter Konzepte am Tisch, die man auch sehr schnell umsetzen kann, wenn man möchte", so der WKÖ-Präsident. Infrage würden bei den Drittstaaten alle Länder außerhalb der EU kommen, zum Beispiel auch Südostasien oder zum Teil der Nahe Osten.

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(red)

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Maria Theresia von ÖsterreichGood NewsPolitik

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