Sportlich geht es bei den US Open um Millionen, wichtige Weltranglistenpunkte und den letzten Grand-Slam-Titel des Jahres. Doch in Flushing Meadows beschäftigt die Tennis-Stars auch ein ganz anderer Dauerbrenner: Marihuana-Geruch.
Seit der Cannabis-Legalisierung in New York ziehen immer wieder süßliche Schwaden über Teile der Anlage und vor allem über die Trainingsplätze im angrenzenden Flushing Meadows Corona Park. Dort bereiten sich Profis abseits des großen Trubels auf ihre Matches vor.
Die Deutsche Tamara Korpatsch bekam den Geruch vor ihrer US-Open-Auftaktpleite gegen Lilli Tagger besonders deutlich zu spüren. "Ich habe mich ein bisschen high nach dem Training gefühlt", erklärte sie.
"Ich habe Asthma. Wenn ich das rieche, kann ich nicht mehr einatmen und kriege keine Luft", erklärte Korpatsch. Ihre Konsequenz: "Auf den Plätzen im Park will ich kurz vor dem Match nicht mehr trainieren."
Auch die Britin Katie Boulter ist genervt. "Wenn man auf die Trainingsplätze oder die Plätze im Park geht, riecht man es überall." Besonders während eines Matches könne der Geruch störend sein: "Ich versuche mich zu konzentrieren, und dann reißt einen das natürlich aus dem Spielgeschehen."
Neu ist das Problem nicht. Alexander Zverev lieferte bereits 2023 die wohl berühmteste Beschreibung für Court 17, der nahe am Corona Park liegt: "Court 17 riecht definitiv nach Snoop Doggs Wohnzimmer."
Auch Novak Djokovic stellte im Vorjahr fest: "Man kann den Geruch wirklich wahrnehmen - es ist unmöglich, es nicht mitzubekommen."
Für die Veranstalter ist das Problem nur schwer zu lösen. Was außerhalb des Geländes passiert, liegt nicht in ihrer Hand. Cannabis darf in New York seit Ende 2022 von Erwachsenen ab 21 Jahren legal in lizenzierten Geschäften gekauft werden.
Korpatsch verlor am Montag gegen Österreichs Lilli Tagger. Die 18-jährige Osttirolerin ließ sich weder vom New Yorker Trubel noch von ihrer Gegnerin stoppen und gewann 6:0, 7:6 (4). Für Tagger war es der erste Sieg überhaupt in einem Grand-Slam-Hauptbewerb.
Auch Jurij Rodionov jubelte über eine Premiere. Der Niederösterreicher schlug den Franzosen Giovanni Mpetshi Perricard mit 7:6 (2), 6:0, 7:6 (4) und steht ebenfalls in Runde zwei.
Am Dienstag sind die nächsten ÖTV-Asse dran. Filip Misolic bekommt es auf Court 5 mit dem als Nummer 24 gesetzten Argentinier Francisco Cerundolo (ab 17 Uhr live Sky/Joyn) zu tun. Danach startet Österreichs Nummer eins Anastasia Potapova gegen die lettische Nachrückerin Darja Semenistaja ins Turnier.