Politik

Haslauer: "Corona-Zahlen haben sich anders entwickelt"

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer sprach in der "ZIB2" zum "harten" Lockdown in Österreich.
André Wilding
18.12.2020, 23:04

Vom 26. Dezember (Stefanitag) bis zum 17. Jänner befindet sich Österreich wieder im "harten" Lockdown - es ist mittlerweile der dritte. Geschäfte und Lokale müssen geschlossen sein, körpernahe Dienstleister müssen ebenfalls schließen. Schule findet nach den Weihnachtsferien via Distance-Learning statt.

Am Wochenende vor dem 18. Jänner finden dann österreichweit Massentestungen der Bevölkerung statt. Personen, die ein negatives Ergebnis vorweisen können, dürfen ab dem 18. Jänner dann wieder unter anderem Restaurants, Tourismus-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen besuchen. Wer sich nicht testen lässt, für den gelte der Lockdown bis zum 24. Jänner.

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Bundeskanzler Sebastian Kurz stellte nach der Verkündung der erneuten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen im Land bereits klar, dass auf Österreich eine "sehr schwierige Zeit"zukommt. So werde etwa das erste Quartal 2021 "sehr mühsam". Die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor zu hoch, daher müsse man jetzt mit den Corona-Zahlen weiter runter.

Auf Silvesterpartys und Feuerwerke wird die Bevölkerung heuer aber auf jeden Fall verzichten müssen. Die Ausgangssperre gilt zwar noch nicht am 24. und 25. Dezember, wohl aber am 31. Dezember. "Es gibt keine Ausnahmeregelungen", stellte Kurz am Freitag in seinem Statement klar.

Zahlen sind "nicht so stark" zurückgegangen

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) war am Freitagabend zu Gast in der "ZIB2" und sprach mit Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher über den dritten Lockdown in Österreich. Dabei äußerte sich Haslauer unter anderem dazu, ob der erneute "harte" Lockdown zu spät gekommen ist.

"Die Bundesregierung hat sich zutreffend dazu entschieden, Weihnachten in würdevoller Weise zu begehen. Dann geht es erneut in einen harten Lockdown, der mehrere Wochen dauern wird", erklärte der Landeschef gleich zu Beginn des Gesprächs.

Laut Haslauer seien die Corona-Zahlen im Land nicht so stark zurückgegangen, "wie das zu erwarten gewesen ist". Die Zahl der Neuinfektionen gleiche einer Pendelbewegung, die Zahlen würden oft "sehr schnell hinauf gehen" und dann langsam wieder sinken.

Die Regierung wollte der Bevölkerung aber unbedingt ermöglichen, vor Weihnachten Geschenke einzukaufen. Faktum sei aber auch, dass sich die Zahlen "anders entwickelt haben". Deutschland habe aufgrund der hohen Ansteckungszahlen sehr rasch reagiert, Österreich sei" jetzt nachgezogen".

"Es wird keine Partys in Skigebieten geben"

Auf die Frage, wie die Öffnung der Skigebiete ab Weihnachten in Salzburg aussehen werde, erklärte der Landeshauptmann: "Es wird definitiv keine take-aways (Anm. Essen zum Mitnehmen) und auch kein Partygeschehen geben". Das Zusammentreffen der Menschen in einer Gondel oder im Sessellift sieht Haslauer zudem als "unproblematisch".

"Es ist sicher weniger problematisch mit einer Gondel als mit der U-Bahn zu fahren", sagt der VP-Politiker weiter. Die Fahrt würde immerhin nur kurz dauern und auf den Sesselliften im Freien gebe es "so und so kein Problem". Die Seilbahn-Unternehmen hätten zudem bereits im Sommer gezeigt, dass sie die Vorgaben gut umsetzen können.

Als Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher wissen wollte, warum die Menschen in den Skiliften und Gondeln sitzen dürften, aber die Kinder nicht in der Schule, sagte Haslauer: "Es ist ein Unterschied, ob sieben Personen für wenige Minuten in einer Gondel sitzen, oder viele Kinder über längere Zeit in einer Klasse."

"Wir haben jetzt die Chance die Corona-Zahlen wieder runterzubringen. Was die Schulen betrifft, hoffe ich, dass Distance-Learning ab 15. Jänner nicht mehr erforderlich sein wird". Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer spracht sich in der "ZIB 2" noch einmal entschieden gegen eine Impfpflicht in Österreich aus.

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