Politik

Hat Strache Hofer den Wahlsieg gekostet?

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:05

Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl letztlich für sich entschieden. Auch wenn alle Quoten vor der Wahl auf Norbert Hofer als Bundespräsidenten standen, brachte die Wahl eine anderes Ergebnis. Die Frage ist: warum? Ein Mitgrund könnte in der Partei des freiheitlichen Kandidaten zu finden sein. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte viele FPÖ-Anhänger im Wahlkampffinale massiv verärgert.

Alexander Van der Bellen hat die Bundespräsidentenwahl letztlich für sich entschieden. Auch wenn alle Quoten vor der Wahl auf Norbert Hofer .

Zurückhaltung und Respekt. Die Forderung nach diesen Werten war tagelang hundertfach auf Straches Facebookseite zu sehen, geschrieben von FPÖ-nahen Nutzern.

Der Grund waren Untergriffe in den Kommentaren Straches beziehungsweise seines Facebook-Teams, die weit unter der politischen Gürtellinie waren. Über Tage hinweg stand nicht Werbung für Hofer, sondern die Unglaubwürdigmachung Van der Bellens und Abschätzigkeit gegenüber seinen Wählern im Facebook-Fokus.

Das Fass zum Überlaufen brachten persönliche Angriffe auf Van der Bellen, unter anderem wollte Strache mit einem Bild Van der Bellens andeuten, dass der Kandidat zu vergesslich für das Bundespräsidentenamt sei, weil er sich nur halbseitig rasiert habe. Selbst der Sender, von dem das verwendete Bild stammte, dementierte Straches Vorwurf. Strache legte aber noch mehrmals nach, statt einzulenken. Zu diesem Zeitpunkt wandten viele Nutzer im Gegenzug Hofer den Rücken, wie sie in den Kommentaren kundtaten.

Der Feind in den eigenen Reihen?

Strache könnte nun nach der Niederlage Hofers auch parteiintern ein Problem bekommen. , hielten 45 Prozent der FPÖ-Wähler Hofer für den geeignetsten Bundeskanzler-Kandidaten, für den selbsternannten "Bürgerkanzler" Strache sprachen sich dagegen nur 32 Prozent der FPÖ-Wähler aus.

In Hinblick auf alle Parteien war der Unterschied noch gravierender, 35 Prozent bevorzugten Hofer, nur 13 Prozent Strache. Der Feind in der eigenen Partei? Jedenfalls keine guten Vorzeichen für Straches Plan, spätestens 2018 Kanzler zu werden.

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