Häupl über Wahltermin, Steuerreform und Koalitionen

Bild: Helmut Graf

Großen Spaß am Job, eine absolute SP-Mehrheit als Ziel bei den Wahlen 2015 und keine Probleme mit den Milliarden-Schulden der Stadt: Wiens Bürgermeister Michael Häupl im "Heute"-Interview.

Großen Spaß am Job, eine absolute SP-Mehrheit als Ziel bei den Wahlen 2015 und keine Probleme mit den Milliarden-Schulden der Stadt: Wiens Bürgermeister Michael Häupl im "Heute"-Interview.

"Heute": Herr Bürgermeister, wann wird in Wien gewählt?

Michael Häupl: "Sicher nicht am 31. Mai, wie ich gelesen habe. Regulärer Termin ist der erste Sonntag im Oktober 2015. Wenn ich heute einen Termin sag, habe ich ein Jahr Wahlkampf. "

"Heute": Macht Ihnen der Job noch Spaß?

Häupl: "Es ist der beste politische Job, den es in Österreich gibt. Gehen Ihnen die Grünen als Partner schon auf die Nerven? Häupl: Emotionen dürfen keine Rolle spielen. Vizebürgermeisterin Vassilakou ist nicht für meine Glücksgefühle zuständig. Wir arbeiten, so gut es geht, professionell zusammen, es funktioniert über weite Strecken auch gut. Aber der Honeymoon ist vorbei. "

"Heute": Droht eine Scheidung?

Häupl: "Wir sind nicht verheiratet. Wir haben einen Vertrag für fünf Jahre, dann kommt die Wahl und wir schauen weiter. "

"Heute": Nach der Wahl reden Sie mit ÖVP, Grünen und Neos?

Häupl: "Ich will eine stabile Mehrheit und damit keinen Regierungspartner brauchen. "

"Heute": Wird es in dieser Periode noch das neue, die Kleinparteien bevorzugende Wahlrecht geben?

Häupl: "Selbstverständlich. "

"Heute": Finden Sie es ungerecht, wenn der Wähler es nicht honoriert, dass die Stadt aufblüht?

Häupl: "Dankbarkeit ist keine politische Kategorie, hat schon Kreisky gesagt. "

"Heute": Ihre wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre?

Häupl: "Wien wächst jährlich um die Größe der Stadt Krems. Das ist moderat, aber eine Herausforderung. Es geht um Öffis, Wohnungen, Kindergärten, Schulen, Sport, Parks und darum, Lebensqualität auch für eine größere Stadt zu garantieren. Und das vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Mittel. "

"Heute": Stören Sie die Schulden nicht?

Häupl: "Nein, sie machen nur sechs Prozent des Bruttoregionalproduktes aus. Der Bund hat über 70 Prozent. Wir haben das Geld ja nicht verprasst, sondern in Wien investiert und werden es zurückzahlen. "

"Heute": Ihr Kommentar zur Umbildung der Bundesregierung?

Häupl: "Die ÖVP entwickelt sich Richtung Wirtschaftspartei, was der Sozialdemokratie die Möglichkeit gibt, sich als soziale Volkspartei stärker darzustellen. "

"Heute": Was halten Sie von den Steuerplänen von ÖGB und AK?

Häupl: "Ich stimme damit überein. Ich halte es für gut, dass man Ja zu Schenkungs- und Erbschaftssteuern für sehr Wohlhabende sagt. Das Volumen von sechs Milliarden ist gut, das ist sichtbar. "

"Heute": Ein Teil soll über Verwaltungseinsparungen finanziert werden. Sehen Sie auch in Wien Potenzial?

Häupl: "Selbstverständlich. Aber: Wir brauchen mehr Kindergarten-Pädagogen oder Lehrer. Die Zahl der Mitarbeiter der Stadt ist dennoch gleich geblieben. Bei uns arbeiten nur acht Prozent in der Verwaltung. "

"Heute": Das Heer ist pleite. Was soll der Verteidigungsminister tun – die Eurofighter verkaufen?

Häupl: "Ja, das wäre eine gute Idee. "

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