Hausgemachter Erdrutsch verschüttet Chinesen

Ein gigantischer Erdrutsch hat am Sonntag in der chinesischen Stadt Shenzhen eine riesige Fläche eines Industrieparks unter sich begraben. Über 30 Häuser wurde mitgerissen und mindestens 91 Menschen galten vorerst als vermisst. Offenbar handelt es sich um keine Naturkatastrophe, denn der Berg aus Schutt und Erde, der sich in Bewegung gesetzt hatte, war von Menschenhand gemacht.
Nach starken Regenfällen setzte sich der im Zuge von Aushubarbeiten für eine Mülldeponie angehäufte Berg in Bewegung. Die Folgen waren verheerend, denn die Erd- und Schuttmassen rissen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellte und breiteten sich auf einer Fläche von 60.000 Quadratmetern aus. Bis zu sechs Meter hoch türmte sich die Schlammschicht. Für zusätzliches Chaos sorgte die Explosion einer ebenfalls begrabenen Gaspipeline.

Mindestens 33 Gebäude wurden von der Schlammlawine in Mitleidenschaft gezogen, doch noch viel dramatischer ist die hohe Zahl an Vermissten. Bis zu 91 Personen galten zunächst als vermisst, Rettungskräfte suchten fieberhaft nach Opfern. Bis zu 2.900 Helfer standen im Einsatz.

Anrainer erbost

Laut erstem "Urteil" der Behörden war der Schutthaufen "zu hoch" und "zu steil" gewesen, wodurch er instabil geworden sei. Eine offizielle Untersuchung soll nun klären, ob es bei der Aufschüttung zur Missachtung von Vorschriften gekommen ist. Anrainer haben sich ihr Urteil bereits gebildet, ihrer Meinung nach wäre das Unglück zu vermeiden gewesen.

Katastrophen wie diese sind in China keine Seltenheit. Im Sommer waren bei der 200 Menschen ums Leben gekommen.

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