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Haushalt weiterhin Frauensache – aber DAS überrascht

Hausarbeit ist hierzulande immer noch meist Frauensache. Doch die scheinen damit gar nicht so unglücklich zu sein, wie eine Studie der Uni Wien zeigt.

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Haushalt weiterhin Frauensache – aber DAS überrascht
Ob die Hausaufgaben gerecht aufgeteilt sind, ist nicht so einfach zu beantworten.
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Wäschewaschen, Bügeln, Kochen, Aufräumen: Die jüngste Zeitverwendungserhebung der Statistik Austria zeigt, dass Hausarbeit in (heterosexuellen) Partnerschaften immer noch Frauensache ist. Gerecht? Ungerecht? Das sei Ansichtssache, meint Soziologin Christine Geserick gegenüber der APA. Sie ist Projektleiterin einer neuen Befragung der Uni Wien zur Arbeitsteilung in Partnerschaften.

Was wünsche ich mir?

Die Analyse der selbstberichteten bzw. gewünschten Arbeitsaufteilung wurde entlang von 17 Tätigkeiten vorgenommen, die typischerweise im Haushalt anfallen. Das dominante Verteilungsmuster ist, dass die Aufgaben von "beiden ungefähr zu gleichen Teilen" übernommen werden, wobei in heterosexuellen Partnerschaften Frauen weiterhin den größeren Anteil übernehmen. Doch auch wenn die Arbeit im Haushalt ungleich verteilt ist, ist ein Großteil der Männer sowie auch der Frauen damit zufrieden – sofern kein besonderer Wert auf eine gerechte Aufteilung gelegt wird. "Wenn ich keine gerechte Arbeitsteilung im Haushalt brauche, um glücklich zu sein, dann ist eine ungerechte Aufteilung in der Praxis nicht so enttäuschend wie, wenn mir eine gerechte Aufteilung wichtig ist, ich diese aber nicht bekomme", so die Soziologin. 

Ungerecht, aber zufrieden

91,5 Prozent der Befragten erachteten eine gerechte Aufteilung als wichtig, aber nur 80,2 Prozent bewerteten ihre Arbeitsaufteilung als tatsächlich gerecht. Für die Zufriedenheit mit der Arbeitsaufteilung spielt die empfundene Gerechtigkeit eine Rolle, aber auch der Austausch auf Gefühlsebene: Personen, die mehr emotionale Zuwendung in ihrer Partnerschaft erhalten, berichten eine größere Zufriedenheit mit der Arbeitsteilung. Das gilt für Frauen mehr als für Männer. "Je mehr Zuneigung ich bekomme, desto eher bin ich auch mit einer ungleichen Aufteilung im Haushalt einverstanden", so Geserick.

Wer macht was?

Unter den 17 untersuchten Haushaltstätigkeiten waren etwa "Lebensmittel einkaufen" oder "Hausmüll hinausbringen". Mehr als die Hälfte der Befragten würden diese Aufgaben in ungefähr gleichem Maß erledigen, jedoch entfallen sie – zumindest in heterosexuellen Partnerschaften – trotzdem auf die Frau. Das betrifft ebenso das Wäschebügeln (72,5 Prozent), das Wäschewaschen (66,7 Prozent) und in 51,6 Prozent das Kochen. Jedoch gibt es eine Tätigkeit, die eher Männern zugeschrieben wird: sich um TV und Internet kümmern. "Da sagen 62 Prozent der Befragten, das macht der Mann allein", so die Forscherin.

Ranking: So anstrengend sind die verschiedenen Aufgaben im Haushalt

    Für die Studie wurden die "15 wichtigsten Aufgaben" ermittelt und mit einem Belastungsgrad versehen – also wie anstrengend die Umsetzung ist.
    Für die Studie wurden die "15 wichtigsten Aufgaben" ermittelt und mit einem Belastungsgrad versehen – also wie anstrengend die Umsetzung ist.
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    Generationenwechsel 

    Die Aufteilung ist jedoch gerechter, je jünger die Personen sind. "Wir sehen einen Unterschied zwischen den 28-Jährigen bis 55-Jährigen im Vergleich zu den Über-65-Jährigen", betonte Geserick, "und den Unterschied sehen wir nicht nur im Anspruch, sondern auch in der Praxis."

    Auf den Punkt gebracht

    • Hausarbeit bleibt hauptsächlich Frauensache, aber laut einer Studie der Universität Wien sind die meisten Frauen damit zufrieden, solange keine spezielle Bedeutung auf Gerechtigkeit gelegt wird
    • Obwohl die Aufgaben oft ungleich verteilt sind, spielt die empfundene Gerechtigkeit und emotionale Unterstützung eine Rolle für die Zufriedenheit mit der Arbeitsteilung in heterosexuellen Partnerschaften
    • Die meisten Hausarbeiten in heterosexuellen Partnerschaften werden immer noch hauptsächlich von Frauen erledigt, aber eine Studie der Universität Wien zeigt, dass die Zufriedenheit mit der Arbeitsteilung hauptsächlich von der empfundenen Gerechtigkeit und emotionaler Unterstützung abhängt
    • Trotz der ungleichen Verteilung sind die meisten Frauen zufrieden, solange keine spezielle Bedeutung auf Gerechtigkeit gelegt wird
    red
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