Hearts of Iron IV: Man the Guns wird nun politischer

Mit der Expansion Man the Guns gibt es nicht nur alternative Geschichte in Hearts of Iron IV für PC, auch die Politik hält Einzug.
Das Globalstrategiespiel Hearts of Iron IV galt bisher als eines der tiefgehendsten und überzeugendsten Taktik-Spiele für den PC. Da erscheint es mutig von den Entwicklern von Paradox Interactive, mit einer neuen Erweiterung das bereits 2016 erschienene Spiel fast vollkommen umzukrempeln. Denn "Man the Guns" schreibt nun nicht nur die Geschichte, sondern auch das Game neu.

Für Nichtkenner: In Hearts of Iron IV übernimmt der Spieler eine ganze (reale) Nation und kümmert sich um Wirtschaft, Rüstung, Politik, Forschung und vor allem die Kriegsführung. Die Komplexität ist gewaltig. Vom globalen Krieg reichen die Möglichkeiten bis in die kleinsten Regionen, die man entweder mit eiserner Hand regieren, oder unabhängig werden lassen kann.

Zentrale Zeit des Spiels ist der zweite Weltkrieg. Zwar legte man in Hearts of Iron IV immer Wert auf eine reale Wiedergabe der historischen Geschehnisse, das Spiel bot aber auch "Was wäre wenn?"-Szenarien mit alternativen Ereignissen. Die neue Erweiterung "Man the Guns" setzt hier an und bietet nicht nur vermehrt solche historischen Abweichmöglichkeiten, sondern dreht sich auch ganz stark um den Marine-Sektor.

Fokus liegt auf der Marine

Im Einzelspieler-Modus übernimmt der Spieler eine Nation, der Computer alle anderen. Jedes Land bekommt dabei eine eigene Berechnung. Das bedeutet, dass die Künstliche Intelligenz nicht nur auf den Spieler reagiert, sondern auch computergesteuerte Länder kooperieren oder gegeneinander kämpfen lässt. Im Multiplayer können Spieler je ein Land oder sogar mehrere Spieler nur ein Land kontrollieren.

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CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ab sofort lassen sich in einem neuen Modus Schiffe designen und erstellen, ältere Schiff- und Boot-Modelle mit neuer Technik und neuen Waffen aufrüsten und Konvoi-Routen am Wasser planen. Dabei lässt sich nun auch festlegen, welche Regionen die Konvois auf jeden Fall vermeiden sollen. Die neuen Funktionen bleiben aber nicht nur großen Schiffen vorbehalten. Selbst kleinste Einheiten wie Taucher können nun mit neuen Atem-Techniken oder Stealth-Elementen ausgerüstet werden.

Mehr Politik als je zuvor

Mindestens so sehr wie der Marine-Schwerpunkt verändert auch die Politik das Spiel. Startet man mit Amerika, kann man im Kongress nun Reformen durchsetzen – auf die Gefahr hin, dass man einen Bürgerkrieg auslöst. Mit Großbritannien wiederum kann man versuchen, die Kolonien des britischen Empires wieder einzunehmen – wobei die Möglichkeit besteht, dass man vollends von der Landkarte getilgt wird.

Geht man in die Tiefe, scheinen die politischen Möglichkeiten beinahe grenzenlos zu sein. Globale Seeabkommen sind ebenso möglich wie diplomatische Krisen, wenn man etwa einer gestürzten Regierung eines anderen Landes Unterschlupf gewährt. Zwar mag das die Empörung anfachen und diplomatische Krisen auslösen, gleichzeitig steigt aber die Kampfkraft des eigenen Landes und der politische Einfluss an.

Balance-Arbeit ist gefragt

Daneben wurden noch die gesamten Effekt-Bäume der vier großen Nationen komplett neu gestaltet und sie unterscheiden sich drastisch voneinander. Pro "Kampagne" investiert man so gut und gerne 20 Stunden in eine Runde, die sich komplett von einer neuen mit einer anderen Nation unterscheidet. Ein neuer Regler sorgt zudem dafür, dass die KI-Gegner entweder erwartbar oder völlig unberechenbar reagieren, etwa Deutschland ganz andere Gebiete als im Zweiten Weltkrieg erobert.



Fraglich ist, wie gut die Erweiterung bei den "Hearts of Iron IV"-Fans ankommt, denn beim Spielen hat man das Gefühl, dass gut die Hälfte des bisher bekannten Gameplays verändert wurde. Mit kleinen Ärgernissen. So sind einige Einheiten wie die U-Boote scheinbar zu stark und können ein vom Import abhängiges Land komplett von Warenlieferungen abschneiden. Auf der anderen Seite kann man einer solchen Seeblockade wenig entgegensetzen, denn Treibstoff ist knapp – und ohne neue Lieferungen bleiben Schiffe einfach liegen. Vom flotten neuen Soundtrack über ganz neue Wege der Kriegsführung bis hin zur geschichtlichen Neuschreibung: "Man the Guns" beeindruckt mit den Möglichkeiten. Noch ist allerdings etwas Balance-Arbeit gefragt.

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