Heftige Angriffe Israels auf Gazastreifen

In der Nacht auf Dienstag hat die israelische Armee massive Angriffe auf den Gazastreifen vorgenommen. Das Gebiet wurde mit Artillerie, von Kriegsschiffen und auch aus der Luft bombardiert. Das Haus vom Hamas-Führer Ismail Haniyeh wurde getroffen. Der UNO-Sicherheitsrat hatte in der Nacht auf Montag eine weitere Waffenruhe gefordert. Der Iran hält Israels Militäroffensive für Völkermord.

In der Nacht auf Dienstag hat die israelische Armee massive Angriffe auf den vorgenommen. Das Gebiet wurde mit Artillerie, von Kriegsschiffen und auch aus der Luft bombardiert. Das Haus vom Hamas-Führer Ismail Haniyeh wurde getroffen, ebenso das einzige Kraftwerk im Gazastreifen.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte in der Nacht auf Montag eine . Der Iran hält Israels Militäroffensive für Völkermord.

Der Himmel über Gaza war durch Leuchtmunition hell erleuchtet, Drohen überflogen das Gebiet. Das Haus von Hamas-Führer Ismail Haniyeh wurde getroffen, er und seine Familie waren aber nicht anwesend. Die israelische Armee hatte Stunden vorher die Bewohner von Teilen der Stadt aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist seit der Nacht außer Betrieb. Der Dampfgenerator wurde beim Beschuss beschädigt, die Treibstofftanks fingen Feuer. Seither ist ein Drittel der Haushalte ohne Elektrizität.

In Tel Aviv gab es am frühen Dienstagmorgen erstmals seit Freitag Luftalarm. In der Region Tel Aviv seien mehrere Explosionen zu hören gewesen, berichteten israelische Medien. Über Schäden war zunächst nichts bekannt. Auch in anderen Orten in Israel heulten die Sirenen.

Im zentralen und südlichen Gazastreifen wurden am frühen Dienstag nach palästinensischen Angaben 16 Menschen getötet. 50 seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Augenzeugen. Am Montag waren nach palästinensischen Berichten 30 Palästinenser bei Angriffen ums Leben gekommen. Elf weitere Leichen wurden aus Trümmern in Chan Junis im Süden des Gazastreifens gezogen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

Iran: Israels Vorgehen "Völkermord"

Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hat Israel unterdessen "Völkermord" vorgeworfen. Bei einer Rede anlässlich des islamischen Fests zum Fastenbrechen sagte er am Dienstag, Israel führe sich in dem Palästinensergebiet auf wie ein "tollwütiger Hund, ein wilder Wolf" und greife Unschuldige und Kinder an.

Was die israelische Führung im Gazastreifen tue, sei "ein Völkermord und eine historische Katastrophe", sagte Khamenei. Er rief die islamische Welt dazu auf, die Palästinenser zu "bewaffnen", damit sie Israel bekämpfen könnten.

USA über Israel-Kritik an Kerry empört

Die USA haben verstimmt auf israelische Kritik an den Bemühungen von US-Außenminister John Kerry reagiert, eine Waffenruhe im Gaza-Konflikt zu vermitteln. Außenamtssprecherin Jen Psaki beklagte am Montag in Washington eine bewussten Desinformationskampagne aus Israel. "Aus unserer Sicht ist das einfach nicht die Art, wie Partner und Verbündete miteinander umgehen", sagte Psaki.

US-Sicherheitsberaterin Susan Rice sagte, die USA seien über Schilderungen in der israelischen Presse bestürzt, die die Bemühungen Kerrys nach ihren Worten in ein falsches Licht rückten. Psaki betonte am Montag, dass ein vertrauliches Ideenpapier aus dem Umfeld Kerrys offenbar an israelische Medien ging. Es habe sich bei dem Papier nie um einen offiziellen US-Vorschlag gehandelt.

Israelische Medien hatten zuvor Missfallen bekundet, dass sich der US-Außenminister auch mit Vertretern von Katar und der Türkei getroffen hatte und damit angeblich das Gleichgewicht in den Gesprächen zugunsten der Hamas verändert habe. Die linksliberale Zeitung "Haaretz" kritisierte, dass in dem Entwurf für eine Waffenruhe Israels Sicherheitsbedürfnisse praktisch nicht erwähnt worden seien. Beispielsweise müssten Raketen und schwere Waffen aus dem Gazastreifen abgezogen und "Terrortunnel" zerstört werden, die vom Gazastreifen nach Israel führten.

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