Heilkräuter mit AH-Effekt: Melisse & Minze

Bild: Alexander Raths

Wie breit das Wirkungsspektrum der Kräuter im Küchengarten ist, möchte ich Ihnen heute anhand von zwei bestens bekannten Pflanzen zeigen! Die Melisse, der Gehirnbeschleuniger, der unruhigen Geistern ohne jede Nebenwirkung Entspannung bringt und die wohltuende Kraft der Minze. Dazu zwei praktische Tipps, um Tigerbalsam und Melissengeist selbst zu machen!

Wie breit das Wirkungsspektrum der Kräuter im Küchengarten ist, möchte ich Ihnen heute anhand von zwei bestens bekannten Pflanzen zeigen! Die Melisse, der „Gehirnbeschleuniger“, der unruhigen Geistern ohne jede Nebenwirkung Entspannung bringt und die wohltuende Kraft der Minze. Dazu zwei praktische Tipps, um Tigerbalsam und Melissengeist selbst zu machen!

 
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Die Melisse

Ihr Wirkungsspektrum ist unglaublich und sie ist eine der wenigen Heilpflanzen, von der keine unerwünschten Nebenwirkungen bekannt sind. Der Tee aus ihren Blättern ist damit auch für Kleinkinder geeignet. Im Mittelalter musste sie sogar per Verordnung in jedem Klostergarten angebaut werden.

Die Melisse hat eine ausgleichende, harmonisierende Wirkung, sie hilft bei leichten bis mittelschweren Schlafstörungen, bei nervösen Herzbeschwerden, nervösen Magen- und Darmstörungen, bei Sodbrennen, krampfhaften Menstruationsschmerzen und nervöser Unruhe im Klimakterium. Kindern kann sie bei psychisch bedingtem Bauchweh gegeben werden, alten Menschen hilft sie auch bei Erschöpfungszuständen.

Im 16. Jahrhundert nannten sie Kräuterkundige den „Gehirnbeschleuniger“ und tatsächlich bestätigten Forscher der britischen Northumbria University, dass Melisse die Denkleistung stärken kann. Außerdem hilft sie bei Kopfschmerzen und Wetterfühligkeit.

Paracelsus verwendete Melisse als Schutzmittel gegen Infektionskrankheiten und tatsächlich hat sie auch eine antibakterielle und antivirale Wirkung. In der Apotheke gibt es Salben mit Melisse gegen Fieberblasen, die auch bei Gürtelrose verwendet werden kann!

Achtung, wenn sie das ätherische Öl kaufen: Um ein Kilo zu gewinnen, benötigt man rund fünf bis acht Tonnen Blätter. Aus diesem Grund ist das ätherische Öl sehr kostbar und sehr teuer. Billigere Produkte sind oft gestreckt und haben dadurch eine andere Wirkung auf den Organismus.

 

Melissengeist selbst gemacht:

Das originale Rezept der Karmeliterinnen von Paris ist zwar geheim, die nachempfundenen Mischungen sind aber sicher nicht weniger heilsam.

Man nehme 500 g Melissenblätter, 16 g getrocknete Angelikawurzel, 125 g Zitronenschale. Mit 3 Liter 33-prozentigem Weingeist neun Tage lang in einem verschlossenen Gefäß ziehen lassen und jeden Tag schütteln. Danach durchseihen, den Saft ausdrücken und folgendes hinzufügen: 200 g Korianderkörner, 40 g grob geriebene Muskatnuss, 4 g grob zerstoßenen Zimt, 2 g Gewürznelken. Weitere acht Tage ziehen lassen und wieder täglich schütteln. Durchseihen, gut ausdrücken und mit 350 g destilliertem Wasser auffüllen, 24 Stunden ruhen lassen, wieder filtern und dunkel abfüllen.

 

Die Minze

Von ihr gibt es jede Menge verschiedener Sorten, die allesamt einen aromatischen Tee liefern. Als Heilpflanze ist aber nur die Pfefferminze (Mentha x piperita) geeignet, da nur sie im ätherischen Öl bis zu 50 Prozent Menthol enthält.

Anwendung findet sie hauptsächlich bei Beschwerden im Magen-Darmbereich: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (da wirkt Minze krampflösend, antiseptisch und blähungswidrig) und auch dann, wenn Sie sich den Magen verdorben haben.

Bei Erkältungen hat sie zwar eine auswurffördernde Wirkung, jedoch sollten Sie bei Schüttelfrost auf Pfefferminz-Tee wegen seiner kühlenden Wirkung verzichten. Auch von einem Dauergebrauch sollten Sie absehen, da Sie sich sonst die Magenenergie „verkühlen“ könnten.

 

ACHTUNG, Pfefferminze ist GEFÄHRLICH FÜR SÄUGLINGE!

Das Menthol kann zu Erstickungsanfällen führen! Mentholhaltige Präparate und Tees (auch für Inhalationen und Brusteinreibungen) sollten bei Kleinkindern nicht verwendet werden!

Auch wer homöopathische Mittel einnimmt oder an einer Übersäuerung des Magens oder Gallenblasenentzündung leidet, sollte auf Pfefferminze verzichten.

 

Tigerbalsam selbst gemacht

Dem chinesischen Kräuterkundigen und Unternehmer Aw Boon Haw († 1954) verdanken wir ein wunderbares Mittel, das heute auf der ganzen Welt verwendet wird: Den Tigerbalsam.

Den können Sie auch einfach selbst machen: Blätter der japanischen Ackerminze zerkleinern, mit Mandelöl übergießen, cirka drei Wochen lang ausziehen lassen und dann abfiltern. Im Verhältnis vier Teile Ölauszug, ein Teil Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und in kleine Salbentegel abfüllen.

Der erfrischende Tigerbalsam kann bei Kopf-, Muskel- und Nervenschmerzen helfen. Bei Erkältungen ist eine Einreibung der Brust eine Wohltat.

 
In der nächsten Folge: Mit „Scharfsinn“ in den Herbst – Chili, Pfefferoni und Paprika

 

 

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