Politik

"Strache war nie bei Germania-Feier"

Heute Redaktion
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Bilder zeigen Vizekanzler Strache bei einer Veranstaltung zu Ehren des Germania-Jubiläums. "Fake News", sagt ein Sprecher der FPÖ: "Strache war nicht bei der 100-Jahrfeier."

Die Nazilieder-Affäre rund um die deutschnationale Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt bringt nun auch FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache in Bedrängnis.

Udo Landbauer, FPÖ-Spitzenkandidat und bis vor kurzem noch stellvertretender Vorsitzender der Germania, musste in den letzten Tagen schweren Vorwürfen stellen, nachdem bekannt wurde, dass Lieder mit antisemitischem und nationalsozialistischem Inhalt seit 1997 Teil des offiziellen Liederbuchs seiner Verbindung sind – "heute.at" berichtete.

Landbauer und Strache, sowie die Freiheitliche Partei als ganzes, distanzierte sich von dem fraglichen Liedgut und forderten eine rückstandslose Aufklärung. Geht es nach Parteichef Strache, soll die Causa keine politischen Konsequenzen für seinen Spitzenkandidaten haben. "Burschenschaften haben nichts mit der FPÖ zu tun", erklärte der Vizekanzler am Mittwoch.

Und trotz aller Beteuerungen können sich die Mitglieder der Freiheitlichen scheinbar nicht von den Burschenschaften loslösen. Am heutigen Donnerstag wurde bekannt, dass auch Heinz-Christian Strache bereits bei einer Veranstaltung zu Ehren der umstrittenen Germania zugegen war.

Fotos zeigen Strache in Wiener Neustadt

Fotos (siehe Diashow oben) zeigen den FPÖ-Chef im Rahmen des Burschentags des Österreichischen Pennälerrings (ÖPR), der anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Germania im Sparkassensaal Wiener Neustadt veranstaltet wurde. Strache – selbst langjähriges Mitglied der Vandalia Wien – trägt darauf seine Burschenkappe, auch Udo Landbauer war bei der drei Tage dauernden (2. bis 4. Juni 2017) Festlichkeit zugegen.

Ob auch Lieder aus der bedenklichen Sammlung von Landbauers mittlerweile Ex-Burschenschaft geträllert wurden, ist nicht bekannt. Während der Feierlichkeiten sei Strache seine Verbundenheit zur Germania ein Ehrenband verliehen worden, berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel".

"Strache wurde vor der offiziellen Veranstaltung geehrt und verschwand dann schnell wieder", wird ein anonymer Teilnehmer in dem Bericht zitiert. "Es hatte den Anschein, dass er keine mediale Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit seinem Auftritt dort will." Diesen Eindruck erhält man auch, wenn man sich das offizielle Bildmaterial der Veranstaltung ansieht. So taucht Strache selbst nur auf jenen zwei Fotos (siehe Diashow oben) auf, und im Videozusammenschnitt des ÖPR bleibt der Vizekanzler gänzlich ungesehen und unerwähnt.

FPÖ dementiert: "Fake News"

Alles nicht wahr, lautet eine erste Reaktion seitens der Freiheitlichen. "Das ist Fake News!", ärgert sich FPÖ-Pressesprecher Martin Glier in einem Statement. "HC Strache war nicht bei der 100-Jahrfeier der Germania und hat von dieser auch kein Ehrenband erhalten", verlautbarte er über Twitter. Vielmehr handle es sich bei der besagten Veranstaltung um ein Fest des ÖPR – von diesem hätte er auch das Ehrenband verliehen bekommen. Dass deren Burschentag allerdings ganz im Zeichen der Germania stand, blieb unerwähnt.

(rcp)