Temperaturen von bis zu 40 Grad sorgen bei der Berufsrettung Wien in diesem Sommer für deutlich mehr Arbeit. Statt normalerweise 900 bis 1.000 Einsätzen innerhalb von 24 Stunden sind es derzeit rund zehn Prozent mehr, erklärt Mario Krammel, Chefarzt der Wiener Berufsrettung.
Besonders häufig müssen die Einsatzkräfte derzeit wegen Hitzekollaps, Erschöpfung oder Dehydrierung ausrücken. Dabei ist laut dem Chefarzt nicht nur die Hitze untertags entscheidend. Zum größten Problem werden heiße Nächte, in denen die Temperaturen nicht ausreichend sinken.
"Wenn es in der Nacht nicht abkühlt, hat das den höchsten Einfluss auf die Anzahl der Rettungseinsätze", erklärt Krammel. Der Grund: Der Körper bekommt keine Gelegenheit, sich von der Belastung des Tages zu erholen. Der Körper könne sich nicht erholen, so der Mediziner in der ORF-"Wien heute"-Interviewreihe "Bei uns". Die über längere Zeit anhaltende Belastung durch hohe Temperaturen treffe besonders gefährdete Gruppen. Dazu zählen Kinder sowie ältere Menschen, vor allem wenn sie bereits Vorerkrankungen haben.
Krammel empfiehlt, sich bei extremen Temperaturen möglichst im Schatten aufzuhalten. Körperliche Arbeit, Anstrengung und Sport sollten in die kühleren Randzeiten des Tages verschoben werden, also in die frühen Morgen- oder späteren Abendstunden. Wer draußen unterwegs ist, sollte die pralle Sonne meiden, eine Kopfbedeckung tragen und ausreichend trinken.
Auch die Berufsrettung selbst hat sich auf die Hitzewelle eingestellt. In den Rettungsfahrzeugen gibt es im Patientenraum ein Kühlfach für Medikamente. Dort werden derzeit auch kalte Infusionen für Menschen bereitgehalten, die unter der Hitze leiden.
Die Rettungswagen sind zudem klimatisiert. So können sich die Einsatzkräfte während ihrer körperlich anstrengenden Arbeit regelmäßig abkühlen. Wegen der zusätzlichen Hitzeeinsätze sind derzeit auch mehr Fahrzeuge und Rettungskräfte unterwegs.