Salzburg

Heizkraftwerk muss wegen Krieg auf Schweröl umsteigen

In Salzburg hat der Ukraine-Krieg bereits Folgen: Das Heizkraftwerk Nord musste von Erdgas auf Schweröl umsteigen. 100 Tonnen verbraucht es täglich.
Leo Stempfl
11.03.2022, 14:36

Dort, wo sich Westautobahn und Salzach kreuzen, liegt das Heizkraftwerk Salzburg Nord. Seit 1994 versorgt es das Umland mit Fernwärme und Strom, angetrieben wird die Dampfturbine zumeist mit Erdgas. Angesichts des Kriegs in der Ukraine muss es nun aber umsatteln: Auf Schweröl. 100 Tonnen verbraucht es jeden Tag, berichten die "Salzburger Nachrichten".

Schon am 26. Februar, also unmittelbar nach dem Einmarsch Putins, begann man mit der Umstellung. Für Kunden änderte sich nichts, auch kommt es wegen der Kalk-Rauchgaswäsche weder zu mehr visuellen oder geruchlichen Emissionen. "Die Salzburg AG spart damit Gas für die privaten Haushalte und wir erhöhen deutlich die Versorgungssicherheit, weil wir bei einer möglichen Gaseinschränkung mit dem Öl unabhängig sind", sagt Konzernsprecherin Karin Strobl zu den "SN".

Keine schöne Lösung

Denn bereits mehrfach drohte Russlands Autokrat Wladimir Putin damit, den Gashahn zuzudrehen. Schon früh beruhigte die Spitzenpolitik, allen voran Energieministerin Leonore Gewessler: Das Gas würde weiter fließen, die Speicher für den restlichen Spätwinter ausreichen.

Darauf verweist auch die Salzburg AG gegenüber den "Salzburger Nachrichten". Es sei zwar keine schöne Lösung, aber eine notwendige Vorsichtsmaßnahme. Es gehe schlichtweg darum, Reserven für Gas anzusparen. Das Heizkraftwerk Mitte im Zentrum der Mozartstadt wird unterdessen weiter mit Gas betrieben. Die Umstellung ist hier deutlich komplizierter als beim Heizkraftwerk Nord, das über große Öltanks verfügt, die zur Sicherheit stets prall gefüllt sein müssen.

Gaszprom-Vertrag

In Salzburg Mitte stehe man noch nicht vor Problemen, denn aus Russland komme aktuell sogar mehr Gas als vereinbart. Dieser Vertrag mit der Gazprom Austria laufe über ein österreichisches Bankinstitut. In Zukunft peile man aber ohnehin eine Umstellung weg von fossiler Energie, hin zu Biomasse und grünem Wasserstoff an.

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