Dr. Helga Krismer, Obfrau und Sprecherin der Grünen NÖ sowie Vizebürgermeisterin der Stadt Baden, hatte mit ihrem Video "Raus aus dem Gas" am Wochenende für Aufsehen gesorgt - mehr dazu hier. Die Öko-Politikerin hat daraufhin zahlreiche Mails erhalten: "Viele hängen einfach noch am Gashahn, sehen kaum oder keine Alternativen. Das hat selbst mich überrascht."
Die Öko-Politikerin sprach auch die Klimaziele in NÖ an, die bereits im Jahr 2011 genannt worden waren: "Damals wurde ein einstimmiger Beschluss im nö. Landtag gefasst. Heute sind immer noch 27 % der nö. Haushalte gasversorgt und ein kleiner Anteil mit Öl. Insgesamt sind noch rund 40 % aller Wohnzimmer betroffen, die mit Energie von Scheichs, Putins und unsicheren Ländern versorgt werden. Die ÖVP hat somit die eigenen Klimaziele im Jahr 2022 verfehlt, das ist ein Totalversagen von Stephan Pernkopf sowie auch von den Landeshauptleuten Erwin Pröll und Johanna Mikl-Leitner - denn wir sind weit davon entfernt."
NÖ bewege sich nur in kleinen Trappelschritten Richtung Klimaziele: "Ich kann als Oppositionspolitikerin nur mahnende Kritik einbringen, bin froh über jeden Schritt in die richtige Richtung. Aber langsam wird es Zeit, größere Schritte zu setzen."
Den Energiekosten-Ausgleichs-Scheck bzw. die Höhe von 150 Euro kommentiert Krismer so: "Wir befinden uns in einer Transformationsphase. Mit erneuerbaren Energien sind wir am Ende immer unabhängig und es ist dazu günstiger. Die 150 Euro sind für viele Betroffenen eine Supergeschichte. Die Ministerin hat große Förderpakete geschnürt."
Ob die 150 Euro wirklich ausreichen, wollte "Heute" wissen: "Viele hatten einen höheren Bedarf in der Pandemie durch zum Beispiel Home-Office, gingen weniger fort und blieben öfters zu Hause. Aber klar, die Länder sind angehalten, sich Härtefälle anzusehen, um den Leuten noch weiter unter die Arme zu greifen", meint Helga Krismer.
Auch im Verkehr sieht Krismer die Lösung vor allem im Ausbau des öffentlichen Verkehrs, nannte den Bezirk Mödling als positives Beispiel: "Mödling hat einen Shuttledienst, eine halbe Stunde vorher melden und es funktioniert. In unseren digitalen Zeiten hat jeder Opa und Oma ein Smartphone und die dazugehörige App. Wir haben die Technologie, wir müssen auch den Willen haben."
Auf die steigenden Treibstoffpreise und die Ökosteuer ab 1. Juli 2022 und einem drohendem Benzinpreis von 1,70 oder 1,80 Euro wich die Ökofrau gekonnt aus.
In Zukunft könnte NÖ klimaneutral werden, Krismer nahm dabei Bezug auf die Landtagswahl 2023: "Wir haben in einem Jahr Landtagswahl. Wenn wieder Pernkopf die Zukunft Niederösterreichs planen soll, steht es nicht sehr gut. Denn er hat bewiesen, dass er recht wenig zusammenbringt."