Sie gießen Pflanzen. Sie schauen nach, ob der Herd ausgeschaltet ist. Sie räumen vor der Tür die Zeitungen weg. Sie kümmern sich um Hunde oder Katzen. Eine Umfrage von "FragNebenan" zeigt: Neun von zehn Österreichern würden Nachbarn im Urlaub aushelfen. Viele werden aber nie danach gefragt.
im Urlaub aushelfen. Viele werden aber nie danach gefragt.
Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn kann den Urlaub noch entspannter machen. 34,3 Prozent der Wiener etwa haben ihre Nachbarn im Urlaub in den letzten zwölf Monaten unterstützt, indem sie für sie Pflanzen gegossen oder die Post aus dem Postfach genommen haben. Der Österreich-Durchschnitt liegt mit 35,2 Prozent ein wenig höher.
"Auf leer stehende Wohnung aufpassen"
Weitere 58 Prozent der Wiener würden ihren Nachbarn im Urlaub aushelfen, wenn diese sie darum bitten (Österreich: 55,8 Prozent). Die Befragung wurde vom neuen österreichischen Nachbarschaftsnetzwerk "FragNebenan" unter mehr als 1.000 Personen durchgeführt.
"Vieles geht einfacher, wenn sich der Kontakt zu den Nachbarn nicht nur auf ein gelegentliches 'Hallo' beschränkt", sagt dazu "FragNebenan"-Mitgründer Stefan Theißbacher. "Wer seine Nachbarn kennt, findet schnell jemanden, bei dem er seine Schlüssel hinterlegen kann und der auf die im Urlaub leer stehende Wohnung aufpasst."
Einbruchsrisiko wird minimiert
"FragNebenan" unterstützt Nachbarn dabei, sich kennenzulernen, auszutauschen und Nachbarschaftshilfe zu organisieren. Das ganze funktioniert via Postings und Private Messages ähnlich zum "Facebook-Prinzip". So wird Nachbarschaft beispielsweise auch in einer Großstadt wie Wien wieder zu einer Gemeinschaft, in der man aushilft und aufeinander achtgibt. Zusätzlich kann so das Risiko eines etwaigen Einbruchs während einer längeren Abwesenheit minimiert werden.
Die Daten der Umfrage sind ein Vorab-Auszug aus der Studie "Nachbarschaft in Österreich 2014". Der Fragebogen wurde gemeinsam mit der Universität Wien entwickelt, die Daten vom Marktforschungsinstitut Mindtake mittels Online-Befragung unter über 1.000 Bewohnern erhoben. Die weiteren Ergebnisse der Studie liegen ab Mitte September vor.
"FragNebenan" ist das neue kostenlose Online-Netzwerk für urbane Nachbarschaften. Aktuell läuft die Pilotphase im 7. Wiener Gemeindebezirk. Am 18. September wird "FragNebenan" auch in den Bezirken 1 bis 9 starten und bis zum Jahresende soll es in ganz Wien verfügbar sein. Dahinter steht der Verein zur Vernetzung von Nachbarn mit Sitz in Wien.