Kickl-Mitarbeiter sollen mächtig abkassiert haben

Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und sein Ex-Generalsekretär Peter Goldgruber.
Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) und sein Ex-Generalsekretär Peter Goldgruber.Bild: picturedesk.com
Im Innenressort fielen im Mai 260.000 Euro an Personalkosten an, einzelne Mitarbeiter sollen bis zu 13.000 € erhalten haben. Ex-Minister Kickl spricht von "Falschinformationen".
Mit zuletzt monatlich 17.861,80 Euro brutto war Innenminister Herbert Kickl der bestverdienende Mann in seinem Ressort. Peter Goldgruber, damals Generalsekretär und damit höchster Beamter im Ministerium, standen 10.389,30 Euro im Monat brutto im Monat zu.

Wie der "Standard" berichtet, kassierten zwei Mitarbeiter Goldgrubers im Mai 13.000 bzw. 12.000 Euro. In einer Aussendung erklärt Kickl die Summen. Ein Großteil der Mitarbeiter im Kabinett hätte pauschale All-in-Verträge ohne Überstundenbezug gehabt.

Mehr als 100 Überstunden pro Monat

"Manche Mitarbeiter, die als Beamte schon davor im BMI oder anderswo im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, konnten wie bisher zu ihren – meist geringeren – Gehältern geleistete Überstunden abrechnen. Diese Überstunden werden für jedes Quartal im übernächsten Folgemonat ausbezahlt", so Kickl.

CommentCreated with Sketch.6 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der Ex-Innenminister betont, dass in den Gehältern vom Mai also die Überstunden für Jänner, Februar und März enthalten gewesen seien.

Anders als die Kabinettsmitarbeiter (etwa 5.700 Euro monatlich) mit an die Amtszeit des Ministers geknüpften Verträgen dürfen Beamte also Überstunden schreiben – im Innenressort sei dies ausgiebig geschehen, sollen Insider dem "Standard" gesagt haben. Und das, obwohl die Büros von Kickl und Goldgruber mit zuletzt 48 Mitarbeitern personell gut aufgestellt waren. Einige hätten deutlich mehr als 100 Überstunden im Monat geschrieben.

Kein Einzelfall

Goldgruber bestätigte gegenüber dem "Standard" die hohen Gehälter – und dass es kein Einzelfall war: "Es ist das eine oder andere Mal vorgekommen, dass einer meiner Mitarbeiter mehr als ich verdient hat." In den ersten drei bis fünf Monaten der Amtszeit sei viel zu tun gewesen, man habe es aber dann begfrenzt.

Kickl spricht bei dem Leak von "Falschinformationen". Er von Innenminister Wolfgang Peschorn "eine sofortige Richtigstellung" und die Ausforschung der "Informanten". Diese seien nach Ansicht des Ex-Ressortchefs "sowohl dienst- als gegebenenfalls auch strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen".

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(red)

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