"Heuer 150 Euro Umsatz" – Schnapsbrenner völlig am Ende

Im Interview mit Puls24 packt Emil Stegmüller über die Schwierigkeiten in der Corona-Krise aus.
Im Interview mit Puls24 packt Emil Stegmüller über die Schwierigkeiten in der Corona-Krise aus.Screenshot Puls24
Der Corona-Lockdown bereitet dem Schnapsbrenner Emil Stegmüller schlaflose Nächte. 2020 brach sein Umsatz um ganze 80 Prozent ein.

Seit 16. März des Vorjahres stehen die Destillieranlagen in Neuhofen im Innkreis (Oberösterreich) still. Bereits in der siebten Generation produziert er hochwertige Innviertler Spirituosen, doch nun zittert Emil Stegmüller um die Zukunft seines Familienunternehmens. Und nicht nur das: Die Corona-Krise nimmt den Schnapsproduzenten auch gesundheitlich sehr mit.

"Schnaps ist ein Gesellschaftsdrink"

"Mich trifft das persönlich extrem stark. Das geht extrem auf die Psyche und bereitet mir schlaflose Nächte", klagt der 38-Jährige in Interview mit Puls24. 14 Kilo hat der Innviertler in den letzten Monaten bereits verloren, dazu plagen ihn starke Magenschmerzen.

2020 brach das Geschäft um ganze 80 Prozent ein - "heuer hatten wir genau 150 Euro Umsatz". Dennoch hat das Familienunternehmen keinen Anspruch auf einen Umsatzersatz, liefert es doch nicht direkt an die Gastronomie sondern "nur" an den Gastro-Großhandel. "Das Argument, wir dürfen ja aufsperren und Geschäfte machen, mag wohl stimmen, aber wenn unsere Kunden nicht öffnen dürfen, dann betrifft uns das auch. Schnaps ist ein Gesellschaftsdrink, und wir dürfen uns nicht treffen, das ist unser größtes Manko", so Stegmüller, der nach wie vor fünf Mitarbeiter beschäftigt. 

Von der Politik wünsche sich der 38-Jährige Alternativen und genaue Strukturen - ansonsten leert sich bei "Emil" nach 150 Jahren schon bald das letzte Stamperl.

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