Heumarkt: Strache droht Wien mit Höchstgericht

Der geplante 66-Meter-Turm am Heumarkt gefährdet den Status Wiens als UNESCO-Weltkulturerbe. Jetzt stellt sich auch die Bundesregierung gegen die Stadt Wien.
Das umstrittene Hochhausprojekt auf dem Heumarkt bedroht den Status der Bundeshauptstadt als UNESCO-Weltkulturerbe. Jetzt stellt sich auch die türkis-blaue Koalition gegen die Pläne der rot-grünen Stadtregierung.

"Wir wollen tun, was nötig ist, um den Weltkulturerbe-Status Wiens zu erhalten," kündigten Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP) in einer gemeinsamen Pressekonferenz an. "Die Bundesregierung wird jetzt sämtliche rechtlichen Schritte mit aller Sorgfalt auch prüfen und gegebenenfalls auch die notwendigen Schritte setzen", so Strache weiter.

Mit 66 Metern liegt die Bauhöhe des geplanten Wohnturms am Wiener Heumarkt weit über den von der UNESCO vorgeschriebenen 43 Metern für den historischen Stadtkern. Damit würde eine wichtige Auflage missachtet, weshalb jetzt auch der Weltkulturerbe-Status wackelt.

"Es wäre ein riesiger Schaden für Wien"

"Als Staatsvertrag liegt es primär an der Bundesregierung diese Verpflichtung einzuhalten", erklärte Strache: "Die Stadt Wien verstößt mit dem geplanten Heumarkt-Projekt gegen diese Verpflichtung zum Schutz und Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes."

CommentCreated with Sketch.13 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Strache könne sich ein generelles Hochhausverbot, nach Pariser Vorbild, in der Innenstadt vorstellen. "Es wäre ein riesiger Schaden für Wien", wenn ein solches Bauprojekt durchgepeitscht würde und auch den berühmten Canaletto-Blick vom oberen Belvedere auf den Stadtkern verschandeln.

Die Regierung will durch einen Workshop unabhängiger Experten und Überprüfung der städtebaulichen Entwicklung eine Basis für eine Diskussion mit der UNESCO schaffen. Bis 1. August müsse man berichten, welche Empfehlungen angenommen und welche Maßnahmen gegen eine Aberkennung des prestigeträchtigen Status getroffen werden.

Die gesamte Pressekonferenz im Video:

(red)

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