Rührende Geste der Fans

"Heute" in Liverpool – Blumen erinnern an Manninger

Alexander Manninger beendete seine Karriere in Liverpool, kam aber nie zum Einsatz. Dennoch ist der verstorbene Keeper ein Teil der "Reds"-Geschichte.
Erich Elsigan
27.04.2026, 05:30
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Juventus Turin, Augsburg, Arsenal - sie alle verabschiedeten sich emotional von Alexander Manninger, der vor elf Tagen bei einem tragischen Zugunfall ums Leben kam. Liverpool, 2016/17 die letzte Station des Goalies, verzichtete am Samstag vor dem 3:1 gegen Crystal Palace auf eine Trauerminute.

Aber: Im Matchday-Programmheft wurde auf den Tod des 48-Jährigen hingewiesen. Und wie "Heute" bei einem Lokalaugenschein an der Anfield Road entdeckte, stellten Fans ein Foto des Ex-ÖFB-Legionärs auf, hinterließen Blumen, schrieben den Vereins-Slogan "You‘ll Never Walk Alone" auf eine Karte (siehe oben).

Auch im Matchday-Programmheft war Manningers Tod ein Thema
Erich Elsigan

Gleich daneben: die Gedenkstätte für Diogo Jota. Der Portugiese starb im Vorjahr bei einem Autounfall. Nach wie vor legen die "Kopites" Kränze ab, stellen Kerzen auf.

In Liverpool wird Fußball gelebt, wie in kaum einer anderen Stadt. Schlendert man durch die 500.000-Einwohner-City im Nordwesten Englands, dominieren drei Themen: die "Reds", Stadtrivale Everton - und die Beatles.

61.000 Fans fasst das Anfield Stadium, ein Matchbesuch wird zum Halbtages-Ausflug. Bim, U-Bahn oder Zug? Fehlanzeige. Die Straßen rund um den 1884 eröffneten Fußball-Tempel, der in ein Wohngebiet eingebettet ist, sind gesperrt, der Fußmarsch vom Zentrum dauert rund 60 Minuten.

Am Straßenrand werden Souvenirs verkauft, daneben Bier.
Erich Elsigan

Doch er lohnt sich. In schmalen Seitengassen werden Souvenirs und Fan-Schals verkauft, urige Pubs und Street-Food-Stände laden zur Stärkung ein. Visuelles Highlight: die Murals. Dabei handelt es sich um riesige Wandmalereien an den Backstein-Fassaden der umliegenden Häuser. Klub-Legenden wie Ian Rush, Roberto Firmino, Jürgen Klopp, Mo Salah, Steven Gerrard und Virgil van Dijk wurden bereits verewigt.

Spannend: Schon vier Stunden vor Anpfiff herrscht reges Treiben. Fans decken sich im zweistöckigen Mega-Shop mit Utensilien ein, absolvieren eine Last-Minute-Stadiontour oder lauschen der Beatles-Cover-Band.

Murals zieren die Fassaden - hier Mo Salah.
Erich Elsigan

Die Matchpreise haben es allerdings in sich. Knapp 1.000 Pfund werden von Dauerkarten-Besitzern verlangt, Tagestickets sind (sofern erhältlich, denn in der Praxis ist jede Partie ausverkauft) um rund 70 Pfund zu haben. Ein Umstand, der den Anhängern sauer aufstößt. Beim Heimspiel gegen Crystal Palace wurde daher gegen Klub-Eigentümer John Henry mobil gemacht. Besucher zeigten dem Amerikaner symbolisch die Gelbe Karte.

Sie werden dennoch wiederkommen. "Wir könnten jede Woche 100.000 Tickets verkaufen", sagt ein Klub-Mitarbeiter zu "Heute". Wohl auch, weil der Klub von einem besonderen Mythos umgeben ist. Und das Stadion den Flair vergangener Zeiten konserviert hat. Beispiel: Eine Videowall sucht man in der zuletzt 2024 erweiterten Kultstätte vergebens.

Video: Beste Stimmung bei den Liverpool-Fans

In gewisser Weise war Liverpool die perfekte letzte Karriere-Stadion für Manninger. "Den Fußball zu verlassen und mich von den Fans der Kop zu verabschieden, war ein bewegender Moment", sagte der Tormann, der in keinem Pflichtspiel zum Einsatz kam, in einem seiner letzten Interviews. "Im heutigen Fußball dreht sich alles nur noch um Mode und Geschäft. Ich genieße meine Ruhe und Einfachheit." Eine Einstellung, die ganz im Sinne der "Scousers" war.

Hinweis: Die Reise nach Liverpool erfolgte auf Einladung von Interwetten.

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