Hier kannst du deinen Gefühlen freien Lauf lassen

Buntes Licht und verspielte Ausstattung - aber ernster Hintergrund: Der "Crying Corner".
Buntes Licht und verspielte Ausstattung - aber ernster Hintergrund: Der "Crying Corner".
Screenshot Youtube/ Sharjah24 News
Ein Projekt in Madrid möchte gegen die Stigmatisierung von Trauer und Tränen ankämpfen - mit einem Raum, wo man weinen hingehen kann.

Im Herzen von Madrid gibt es einen rosafarbenen Raum mit grafischen Schildern, farbenfrohen Böden und fotooptimierter Instagram-tauglicher Beleuchtung - La Lloreria, oder "das Weinzimmer".

Tabu aufbrechen

Der Name "La Lloreria" leitet sich von einer spanischen Redewendung ab, die besagt, man soll "seine Gefühle nehmen und ins Weinzimmer gehen", also andere nicht damit belästigen. Genau dieses Stigma möchte das Projekt aufbrechen. Es zielt darauf ab, das Stigma in der Gesellschaft zu beseitigen, das mit der psychischen Gesundheit, dem Weinen und der Hilfesuche verbunden ist. La Lloreria ist ein Ort, an dem man seiner Trauer freien Lauf lassen kann. Oder mit anderen Worten: Ein Ort, an dem du dein Herz ausweinen kannst. Vom 15. bis 17. Oktober richtete der Online-Psychologendienst TherapyChat einen Raum ein, in dem er Menschen ermutigte, ihre Gefühle auszudrücken.

Ein Schild mit der Aufschrift "Eintreten und weinen" begrüßt die Besucher, während "Ich habe auch Angst" auf einem offenen Käfig beruhigend leuchtet, symbolisch für die innere Unruhe, die Menschen gefangen nehmen kann. In einer Ecke stehen Telefone mit den Namen von Leuten, die man anrufen kann, wenn man sich niedergeschlagen fühlt, einschließlich eines Psychologen.

"Es ist eine wirklich hervorragende Idee, sich das Problem der psychischen Gesundheit vor Augen zu führen. Es ist in Spanien wie in vielen anderen Ländern stigmatisiert, zu weinen", sagt Jon Nelssom, ein schwedischer Student, der in der spanischen Hauptstadt lebt.

Spaniens Aktionsplan für psychische Gesundheit

Laut einer Pressemitteilung wird Spaniens Aktionsplan für psychische Gesundheit und COVID-19 von 2021 bis 2024 mit 100 Millionen Euro von der spanischen Regierung subventioniert. "Als Reaktion auf die Notlage, die durch die Auswirkungen der COVID-Pandemie auf die psychische Gesundheit verursacht wird." In Spanien haben 2019 3.671 Personen Suizid begangen und sind damit die zweithäufigste Todesursache nach natürlichen Ursachen.

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