Hier lässt sich Christ ans Kreuz nageln

Die Osterfeierlichkeiten der Christen auf der ganzen Welt wurden am Karfreitag mit dem traditionellen Kreuzweg fortgesetzt. Vor allem auf den Philippinen lassen sich Gläubige ans Kreuz schlagen, um zu leiden, wie einst Jesus gelitten hat. Papst Franziskus nahm an der Prozession in Rom, mit der Gläubige an die Leidensstationen Jesu erinnern, teil.

Es sind jedes Jahr schockierende Bilder, die durch die Welt gehen: Männer lassen sich in besonders christlichen Ländern, wie auf den Philippinen, ans Kreuz nageln, um an die Leiden Jesu zu erinnern.

In Jerusalem nahmen tausende Christen an der Prozession durch die Via Dolorosa teil. Einige von ihnen trugen dabei ein Stück des Weges schwere Holzkreuze. Die Prozession endete bei der Grabeskirche. Sie steht an der Stelle, an der Christus ans Kreuz geschlagen wurde.

Wie jedes Jahr sperrten auch heuer israelische Sicherheitskräfte die Wege zur Grabeskirche und kontrollierten die schmalen Altstadtgassen. Am Freitagabend wird die seit Jahrhunderten von Franziskaner-Mönchen gepflegte Tradition der Kreuzabnahme und Grablegung gefeiert: Dazu wird auf dem Golgotha-Hügel eine hölzerne Jesusfigur vom Kreuz abgenommen, auf dem Salbstein gesalbt und zum Grab getragen.

Kreuzweg in Rom mit Papst

Mit einem Gottesdienst im Petersdom hat Papst Franziskus am Karfreitag des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Nach Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Großen Fürbitten stand die Verehrung des Kreuzes im Zentrum der Feier. Zu Beginn der Kreuzanbetung warf sich Franziskus, wie es die Karfreitagsliturgie vorschreibt, zu Füßen des Altars.

Zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten nahmen an der Zeremonie teil. Im Gedenken an den Tod Jesu feiert die katholische Kirche am Karfreitag und Karsamstag keine Messe. Am Abend des Karfreitags (21.15 Uhr) steht der Kreuzweg am römischen Kolosseum auf dem Programm des Papstes. Bei der Feier vor dem erleuchteten Kolosseum werden Zehntausende Gläubige aus aller Welt erwartet.

Die Texte für die 14 Kreuzweg-Meditationen wurden in diesem Jahr von Jugendlichen aus dem Libanon verfasst. Auch das im Libanon residierende Oberhaupt der mit Rom unierten maronitischen Kirche, Patriarch Kardinal Bechara Boutros Rai, nimmt teil. Das große Holzkreuz wird abwechselnd von Jugendlichen, Seminaristen und Ordensfrauen aus dem Nahen Osten, Indien, China, Afrika und Lateinamerika zu den 14 Stationen getragen. Begleitet wird das Kreuzweggebet von einem Chor aus dem Libanon.

Papst wäscht Gegangenen Füße

Der Papst hatte am Gründonnerstag mit der Tradition gebrochen und die

Jesus wurde nach christlichem Glauben am Karfreitag verurteilt und ans Kreuz geschlagen. 14 Stationen auf dem Leidensweg markieren die Stellen, an denen er unter dem Gewicht des schweren Holzkreuzes zusammenbrach.

Ost- und Westkirchen feiern Ostern wegen unterschiedlicher Kalender in diesem Jahr mit fünf Wochen Differenz. Die als Höhepunkt des orthodoxen Osterfestes in Jerusalem geltende Liturgie des "Heiligen Feuers" wird am 4. Mai gefeiert. Dabei wird die Flamme aus dem Grab Jesu an alle Wartenden in der Kirche und Stadt verteilt.

Der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, appellierte unterdessen an die Katholiken in aller Welt, sich an der Karfreitagskollekte für das Heilige Land zu beteiligen. Die Kollekte diene nicht nur der Erhaltung der Heiligen Stätten, sondern auch den christlichen Gemeinschaften, die an diesen Stätten leben.

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