Am Berg verirrt: Handy-Blitzlicht rettet Wanderer

Ein Wanderer aus Tschechien war auf dem Traunstein vom Weg abgekommen, musste die Nacht auf Montag in einer Felswand ausharren. Das Blitzlicht seiner Handykamera war die Rettung.

Er konnte nicht mir vor und auch nicht mehr zurück. Mitten in einer Felswand am Traunstein saß der Wanderer (33) aus Tschechien plötzlich fest. Und direkt vor ihm ging es rund 200 Meter hinab in den Traunsee.

Sein geplanter Ausflug von Gmunden bis nach Ebensee endete für den 33-Jährigen in einem wahren Horror-Trip. Denn auf die Rettung hieß es lange warten. Eine ganz Nacht, genauer gesagt 15 Stunden, musste der Tscheche in der Felswand ausharren.

Der Grund: Sein Notruf ging am Sonntag gegen 16.30 Uhr zunächst in Prag ein und wurde dann über Niederösterreich an die Landesleitzentrale der Polizei in Oberösterreich weitergeleitet.

Bei Sturz seine Brille verloren

Rettungskräfte konnten den Mann zudem zunächst nicht lokalisieren. "Der Wanderer hatte bei einem Sturz seine Brille verloren und konnte deshalb die GPS-Daten seines Aufenthaltsortes nicht mehr ablesen", berichtet Andreas Buchegger von der Bergrettung Ebensee.

Mit Hilfe des Blitzlichts der Handy-Kamera konnte der Gesuchte aber schließlich doch noch lokalisiert werden. Die Bergrettung hatte ihm gesagt, er solle das Blitzlicht einschalten. Dieses konnten die Retter dann von der anderen Traunsee-Seite sehen. Und damit wussten sie, wo der Wanderer war.

Doch dann kam es schon zum nächsten Problem. "Aufgrund der Dunkelheit und des Sturms mussten zwei Rettungsversuche mit dem Hubschrauber abgebrochen werden", so Buchegger, der anfügt: "Es ist dort wirklich eine senkrechte, schroffe Felswand, weit weg von jedem Klettersteig. Es wäre zu gefährlich gewesen, in der Nacht jemanden hinzuschicken."

Ständig in Kontakt mit Rettern

Somit blieb dem Tschechen nichts anderes übrig, als die Nacht auf dem Berg zu verbringen. Laut Bergrettung, die insgesamt mit 19 Mann im Einsatz war, hielt der 33-Jährige aber ständigen Kontakt zu den Rettern.

Montagfrüh gegen 7.30 Uhr folgte dann die Erlösung. Mit dem Polizeihubschrauber wurde der Tscheche ins Tal geflogen. Er war unterkühlt und an der Hand leicht verletzt, so Buchegger.

Laut seinen eigenen Angaben war er entlang des Daxnersteigs von der Strecke abgekommen, dabei rund 20 Meter bis zu seiner Fundstelle abgerutscht. Es gelang ihm noch, sich an einem Baumstumpf festzuhalten.

Danach folgte dann die lange Wartezeit.

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