Science

Hier steht Österreichs erste Ampel, die mitdenkt

Die erste Ampel mit künstlicher Intelligenz erkennt, wenn jemand die Straße überqueren will und passt die Länge der Grünphasen entsprechend an. 
Sabine Primes
08.07.2022, 15:09
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Nahe der Schule für Hör- und Sehbehinderte an der Kapuzinerstraße in Linz (OÖ) ist seit kurzem die erste Ampel mit künstlicher Intelligenz (KI) in Betrieb. Die KI erkennt nach der Anlernphase mit den integrierten Deeplearning-Algorithmen Verkehrsteilnehmer und klassifiziert diese. Sie erkennt, ob Personen an der Kreuzung vorbeigehen oder den Schutzweg tatsächlich überqueren wollen und erfasst, ob nur eine oder mehrere Personen auf ein Grünsignal der Ampel warten.

Im Gegensatz zum bisherigen Druckknopfsystem erhalten die Passanten also grünes Licht, ohne die Ampel berühren zu müssen. Dadurch werden mögliche Infektionsgefahren verringert. Dank virtuellem Geschwindigkeitstracking werden langsame Fußgänger oder größere Gruppen erkannt und die Grünphasen bedarfsgerecht verlängert, was für mehr Sicherheit sorgt. Die Kosten für das Gerät, das von der Firma Yunex Traffic installiert wurde, betragen 67.500 Euro.

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Denkende Verkehrstechnologie

"Nach der Installation einer kontaktlosen Ampel in der Landwiedstraße im Bereich der Ramsauerschule setzt die Landeshauptstadt Linz damit nun einen weiteren Akzent in Bezug auf smarte und ,denkende‘ Verkehrstechnologie“, sagt der Linzer Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart.

V.l.: Markus Punzenberger (Yunex), Günther Schallmeiner (Siemens), Martin Hajart und Irene Mühlbach (LSZ).
Punzenberger/Siemens

"Es freut uns, dass durch die moderne Anlage der Komfort und vor allem die Sicherheit für unsere Schülerinnen und Schüler verbessert wurde", sagt Direktorin Irene Mühlbach, Leiterin des Landesschulzentrums Hör- und Sehbildung, Michael Reitter Landesschule.

"Die Chancen, die in KI-gestützten Systemen liegen, sind beträchtlich. Nachdem in Linz bisher zirka 85 Prozent der Ampelanlagen intelligent sind, werden die nächsten Schritte sein, insgesamt noch intelligenter und flexibler zu werden und so etwa Staus, die sich spontan durch Unfälle oder auch Baustellen bilden, rascher auflösen zu können, indem sie sich dynamisch an die aktuelle Verkehrslage anpassen", so Hajart. "Linz steht allen Innovationen in dieser Richtung offen gegenüber".