Nur eine Stunde vor dem vorgesehenen Termin hat ein Bundesberufungsgericht im US-Bundesstaat Tennessee die Hinrichtung von Christa Pike gestoppt.
Die damals 20-Jährige war im Jahr 1995 wegen Mordes an einer 19-jährigen Bekannten zum Tode verurteilt worden.
Die Richter wollen klären, ob Pikes Schilderungen von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung in ihrer Kindheit ausreichend berücksichtigt wurden. Sie wäre die erste Frau seit über 200 Jahren gewesen, die in Tennessee durch die Giftspritze hingerichtet würde.
Seit Tagen wurde über das Schicksal von Christa Pike diskutiert. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und UNO-Experten forderten einen Stopp der Exekution.
Sie verwiesen darauf, dass Pike in ihrer Kindheit schwere Gewalt und Vernachlässigung erlitten habe.
Mehrere Initiativen hatten versucht, die Vollstreckung zu verhindern. Die Debatte kreiste immer wieder um die Frage, ob Pike nicht zugleich Täterin und Opfer sei.
Am 30. März 1996 erhielt die damals 20-jährige Christa Pike wegen Mordes ein Todesurteil. Rund ein Jahr zuvor hatte sie gemeinsam mit zwei Freunden eine Mitschülerin gefoltert und getötet. Der Fall sorgte auch wegen der besonders grausamen Umstände für großes Aufsehen. Dem Opfer Colleen Slemmer war ein Pentagramm in die Brust geritzt worden. Zudem nahm Pike ein Stück von Slemmers Schädel mit. Die Polizei entdeckte es später in einer Jacke, die Pike gehörte.