Hinterhofschlachtungen? "Kaufen eh bei Billa ein"

Schaf-Schlachtungen in Hinterhöfen? Die TKG verweist auf den heimischen Handel.
Schaf-Schlachtungen in Hinterhöfen? Die TKG verweist auf den heimischen Handel.Bild: iStock

Die Türkische Kultusgemeinde (TKG) begrüßt den "netten Moslem-Erlass" der Regierung zu Schlachtungen. Fleisch kaufe man aber im heimischen Handel.

"Die TKG begrüßt den netten 'Moslem'-Erlass bezüglich der Hinterhofschlachtungen, welche für die Mehrheit der AustrotürkInnen sowieso nicht in Frage kommen und gegen welche die Mehrheit sicherlich auch strikt ist", heißt es von Generalsekretärin Melissa Günes. Sie nimmt damit Bezug auf den von ÖVP und FPÖ beschlossenen Schächtungs-Erlass. Offiziell regelt der Erlass des Sozialministeriums "illegale Hinterhofschlachtungen", abzielen tut man damit aber auf illegale Schächtungen. Das Verbot tritt am 15. August in Kraft.

Dass Muslime massenweise Schafe in Hinterhöfen unter tierquälerischen sowie hygienisch gefährlichen Umständen schächten würden, entspreche nicht der Wahrheit. "Viele Muslime (unter anderen 300.000 Menschen aus der Türkei), kaufen ihr Fleisch in österreichischen Supermärkten wie z. B. Hofer, Billa, Penny, Lidl und Spar oder bei türkischen Supermarktketten bzw. Metzgereien", so Günes. Auch die türkische Gastronomie kaufe ihr Fleisch bei professionellen Schlachthäusern.

Fehler sind die Ausnahme

"Tatsache ist, dass von den ca. 700.000 in Österreich lebenden Muslime, welche nicht alle aus der gleichen Kultur und demselben Regelkreis stammen, auch Fehler gemacht werden können. Diese sind jedoch die Ausnahme", so Günes. Deshalb freut Günes der Erlass: "Hier ist es besser in Zukunft Unannehmlichkeiten, welche wir aus unseren Heimatländern kennen, mit diesem Erlass gesetzlich in den Griff zu bekommen. Auch deshalb, weil ansonsten das Bild der Muslime in Österreich, bei einem so wichtigen Opfer-Fest umsonst in ein schiefes Licht gerückt wird oder werden könnte."

Für die TKG sei es aber noch wichtiger, "die in Österreich bestehenden Tierrechte auch zu unserem Sittengesetzten zu machen, welche wir hochhalten, respektieren und an alle Mitglieder empfehlen". 99,9 Prozent der AustrotürkInnen schlachten ihre Tiere, wie im Islam beschrieben, laut TKG mit strikten Regeln. "Ein fließbandartiges, industrielles Töten bei welchem Tiere eher als 'Fleischprodukte' behandelt werden, wie in den hiesigen Schlachthöfen, widerspricht eindeutig der islamischen Ethik", so Günes. (red)

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