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Historiker: Gestapo-Chef ruht auf Judenfriedhof

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:40

Ein deutscher Historiker behauptet, dass der frühere Gestapo-Chef Heinrich Müller auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Mitte begraben ist. Das nur schwer nachweisbare Rechercheergebnis sorgt in der jüdischen Gemeinde für großen Ärger.

"Gestapo-Müller" war einer der kaltblütigsten Mörder der Nazi-Zeit. Der Chef der Geheimen Staatspolizei und Reichskriminaldirektor der Nazis war an Planung und Exekution des Holocaust maßgeblich beteiligt. Der Historiker Johannes Tuchel, der die Gedenkstätte Deutscher Widstand leitet, ist der Ansicht, dass der Gestapo-Chef in einem Massengrab auf dem jüdischen Friedhof in Berlin begraben ist.

Seit Jahrzehnten wurde nach Heinrich Müller gesucht. Vermutet wurde er in Tschechien, Albanien, Panama und Argentinien, gefunden wurde er nie. Den Erkenntnissen Tuchels zufolge war Müller schon vor dem Ende des zweiten Weltkriegs tot. In der Nacht zum 2. Mai 1945 soll der damals 45-Jährige Vertrauten seinen Selbstmord angekündigt haben.

Leiche angeblich 1945 identifiziert

Der Wissenschaftler stützt sich auf Archivfunde und Aussagen eines Totengräbers, der den Gestapo-Chef identifizierte und im August 1945 zusammen mit anderen Leichen auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Mitte anonym beerdigte. "Es ist unverständlich, dass der Totengräber nur einmal von der Polizei vernommen wurde", sagt Tuchel. Historischen Dokumenten zufolge wurde der NS-Verbrecher, der eine Generalsuniform trug und seinen Dienstausweis bei sich hatte, damals eindeutig identifiziert.

Wie mehr als 2500 andere Leichen, wurde wohl auch Müller aus den Kriegsruinen geborgen und auf den Friedhof in der Großen Hamburger Straße gebracht. Ob Überreste von Müllers nachgewiesen werden können, ist zu bezweifeln. Für Dieter Graumann, Präsident des Zentralrates der Juden, sind Tuchels Erkenntnisse jedenfalls "eine geschmacklose Ungeheuerlichkeit".

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