Extreme Hitzeperioden sind nicht nur während ihres Auftretens gefährlich - sie hinterlassen auch langfristige Spuren im Körper. Laut einer neuen Untersuchung beschleunigen Hitzewellen den biologischen Alterungsprozess ähnlich stark wie bekannte Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum.
Die Ergebnisse könnten auch für Menschen in Mitteleuropa relevant sein, die bisher nicht zu den klassischen Risikogruppen zählen. Besonders betroffen sind Menschen, die körperliche Arbeit verrichten, sowie Bewohner ländlicher Gebiete.
Wie Spektrum der Wissenschaft unter Berufung auf eine Studie der Universität Hongkong meldet, werteten Forscher um Cui Guo Gesundheitsdaten von knapp 25.000 Menschen aus Taiwan aus. Der Untersuchungszeitraum umfasste die Jahre 2008 bis 2022, in denen Taiwan rund 30 Hitzewellen erlebte.
Anhand der Daten berechneten die Wissenschaftler das sogenannte "biologische Alter" der Studienteilnehmer und verglichen es mit dem tatsächlichen Alter. Das Ergebnis: Nach jeder Hitzewelle stieg das biologische Alter um rund acht bis elf Tage.
Auch wenn dies zunächst gering erscheint - "im Lauf der Zeit und auf Ebene der Gesamtbevölkerung betrachtet, können solche Effekte durchaus bedeutende Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit haben", warnen die Forscher.
Taiwan hat ein subtropisches bis tropisches Klima und ist deutlich wärmer als Mitteleuropa. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Hinweise, da Hitzewellen auch hierzulande immer häufiger und intensiver werden. Der Körper altert durch Hitzebelastung messbar schneller - ein Effekt, der sich über viele Jahre summiert.