Der Eichenprozessionsspinner ist als Schmetterling unscheinbar, doch seine Raupen haben es in sich: Sie besitzen winzige Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein. Dieses kann bei Kontakt eine sogenannte Raupendermatitis auslösen - eine Hauterkrankung mit Quaddeln, Rötungen und starkem Juckreiz.
Doch damit nicht genug: Auch allergische Reaktionen, Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl, Fieber und Atembeschwerden sind möglich. In seltenen Fällen kann es sogar zu lebensbedrohlichen Überempfindlichkeitsreaktionen kommen. Die Empfindlichkeit gegenüber den Brennhaaren kann zunehmen, wenn man wiederholt mit ihnen in Kontakt kommt.
Wie spektrum.de berichtet, treten die Raupen derzeit vielerorts in Deutschland massenhaft auf und müssen bekämpft werden. Die Tiere schlüpfen im April oder Mai und verpuppen sich Ende Juni bis Anfang Juli. In der Zeit dazwischen ziehen sie sich in Gespinstnester zurück und gehen von dort auf Nahrungssuche.
Um die Plage einzudämmen, haben Hubschrauber bereits bakterienbasierte Insektizide auf vielen Hundert Hektar ausgebracht - unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In anderen Regionen werden Eichen nahe Kindergärten, auf Friedhöfen und an Sportplätzen vorbeugend besprüht.
In Leipzig setzen Fachleute heuer sogar Fadenwürmer als natürliches Gegenmittel ein. Oft werden auch die Nester des Eichenprozessionsspinners direkt von befallenen Bäumen abgesaugt. Betroffene Gebiete werden häufig gesperrt oder mit Warnschildern versehen.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Gebiete mit befallenen Bäumen generell zu meiden. Wer dennoch in Kontakt mit den Brennhaaren kommt, sollte die betroffenen Stellen gründlich mit Wasser abspülen und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufsuchen.