Opfer mit Luxus gelockt

Wiener Hobbykicker zockt Promis ab, verspielt Millionen

Ein Wiener Fußballer soll Dutzende Anleger – darunter Promis – um 1,8 Mio. Euro gebracht haben. Das Geld habe der 27-Jährige bei Sportwetten angebaut.
Christian Tomsits
17.08.2026, 05:30
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Ein talentierter Mittelfeldspieler aus dem Wiener Unterhaus wollte offenbar in der Oberliga der Finanzwelt mitmischen, doch der 27-Jährige verdribbelte sich ordentlich. Schwer in Bedrängnis erstattete der bekannte Ballesterer Anfang des Jahres Selbstanzeige wegen schweren Betrugs – mehr als 1,8 Millionen Euros sollen futsch sein, zumindest vierzig Anleger landeten im Abseits.

Darunter: Anwälte, Ärzte, Makler, Mode-Influencer und Sportler aus der gehobenen Wiener Szene, die ihm teils hohe Summen anvertraut hatten, damit er diese für sie gewinnbringend anlege. Stattdessen will der Hobby-Kicker laut seinem Anwalt alles bei Sportwetten verspielt haben – ein juristisch kluger Kniff, die laut Selbstanzeige jedoch "nicht als Rechtfertigung" herhalten soll.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Der Wiener, der auch einen algerischen Pass haben soll, ging bei seinen Taten durchaus taktisch vor: Ab 2023 begann er laut eigenen Angaben, seinem engsten Umfeld für Finanztipps Geld abzuzwacken. Später zog er los, mit großen Gewinnversprechen die Wiener Schickeria zu bespielen. In feinen Restaurants beschenkte er Frauen mit Chanel-Taschen, lud Männergruppen zum Essen ein und verwickelte sie so in Gespräche.

Dann tischte der markante Lockenkopf entweder fiktive Firmen in Frankfurt und Abu Dhabi auf oder lockte seine Opfer mit Luxus-Einladungen wie einem Bootstrip an die Amalfiküste. Später kam heraus: Alle Ausgaben zahlten sich die gutgläubigen Gäste durch ihren "Investments" quasi selbst. Erst als Rufe nach Renditen immer lauter wurden, tauchte der Verdächtige laut "Heute"-Infos nach Algerien ab. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft in Wien.

Brisant: Opfer wurden sogar mit Fake-Charts ihrer angeblichen Depots getäuscht, obwohl es gar keine gab. Das ganze Geld wurde auf Kryptokonten transferiert. Laut Selbstanzeige gingen 2,1 Millionen Euro ein und nur 265.000 Euro zurück. Ob der stolze Rest verspielt wurde, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Die Schadenssumme könnte sogar noch viel höher liegen: Aus Scham gaben sicher bei weitem nicht alle Opfer ihre Verluste an – das können sie bei der StA Wien nun nachholen. Der Fußballer befindet sich übrigens (noch) auf freiem Fuß, die Unschuldsvermutung gilt.

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