Jetzt wird geprüft

Falsche Medikamente für Senioren: 20 Bewohner betroffen

20 Bewohner eines Wiener Seniorenheims bekamen über längere Zeit teilweise falsche Medikamente. Zwei Führungskräfte wurden freigestellt.
Wien Heute
17.08.2026, 13:27
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In einem Wiener Seniorenheim kam es über längere Zeit zu fehlerhaften Medikamentengaben. Im Haus Leopoldau waren 20 von insgesamt 350 Bewohnerinnen und Bewohnern betroffen. Laut "Häusern zum Leben" geht es allen gesundheitlich gut – dennoch wurde eine externe Untersuchung eingeleitet.

Teilweise wurden Medikamente zur falschen Tageszeit verabreicht, etwa mittags statt abends. In anderen Fällen wurden bereits abgesetzte Medikamente weiterhin ausgegeben. Bei wenigen Bewohnern sollen zudem Medikamente in einer falschen Dosierung oder Präparate verabreicht worden sein, die gar nicht verschrieben waren.

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18 Fälle wohl ohne Folgen

Bei 18 der 20 Betroffenen können gesundheitliche Folgen laut Betreiber mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ausgeschlossen werden. Bei zwei Bewohnern werden vorsorglich Labortests durchgeführt. Alle Betroffenen werden weiterhin medizinisch und pflegerisch engmaschig betreut.

Nachdem die Vorfälle bekannt wurden, wurde sofort eine zusätzliche Kontrollebene eingeführt. Bis auf Weiteres wird jede einzelne Medikamentengabe im Haus Leopoldau zusätzlich überprüft.

Zwei Führungskräfte freigestellt

Erste Konsequenzen gibt es bereits: Die Teamleiterin des Ambulanzteams und die Direktorin des Hauses Leopoldau wurden freigestellt. Weitere dienstrechtliche Schritte sollen folgen.

Eine Sonderprüfung aller Häuser von "Häuser zum Leben" ergab laut Betreiber, dass die fehlerhaften Medikamentengaben auf das Haus Leopoldau und dort auf ein einzelnes Team beschränkt waren. Die zuständige MA 40 ist bereits eingeschaltet.

Vorfall für Stadtrat "inakzeptabel"

Christian Hennefeind, Geschäftsführer der Häuser zum Leben, sagt: "Ich bin erschüttert von diesen Vorfällen. Die Sicherheit unserer Bewohnerinnen und Bewohner hat oberste Priorität, so etwas hätte niemals passieren dürfen. Wir müssen diesen Fall lückenlos aufklären."

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Peter Hacker, amtsführender Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport sowie Präsident des Fonds Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser (SPÖ), bezeichnete die Vorfälle als "inakzeptabel". Die geplanten Schritte zur Aufklärung müssten "schnellstmöglich und in vollem Umfang" umgesetzt werden. Für die vollständige Aufklärung wurde eine externe Untersuchung beauftragt.

FPÖ: mehr Personal und klare Meldewege

"Wenn falsche Medikamentengaben über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben, haben die Kontrollmechanismen eindeutig versagt. Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass zu wenig Personal und die damit verbundene Überlastung der Mitarbeiter ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Die Führung der Heime muss solche Missstände frühzeitig erkennen und unverzüglich melden. Gleichzeitig ist Hacker gefordert, umgehend zu handeln", sagt dazu die Wiener FPÖ-Gesundheitssprecherin Angela Schütz.

Sie fordert eine rasche Überprüfung und Verbesserung der Abläufe in den Wiener Pflegeeinrichtungen. "Es braucht ausreichend Personal, klare Meldewege und Kontrollprozesse, die in der Praxis funktionieren."

ÖVP und Grüne: "Lückenlose Aufklärung"

Auch bei der ÖVP sorgt der Fall für Entsetzen. "Dass es bei der Medikamentengabe über einen längeren Zeitraum zu wiederholten Fehlern kommen konnte, darf schlicht nicht passieren", so Gesundheitssprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Ingrid Korosec. Und weiter: "Dass bereits erste Maßnahmen gesetzt wurden, ist zu begrüßen. Jetzt braucht es eine lückenlose Aufklärung. Vor allem muss geklärt werden, wie diese Vorfälle trotz bestehender Kontrollen über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleiben konnten.

Auch die Wiener Grünen fordern eine Aufklärung des Falls und wirksame Kontrollen in der Zukunft. "Es muss aber sichergestellt werden, dass sich ein solcher Vorfall an keinem anderen Standort der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser wiederholen kann. Die Sicherheit und Gesundheit der Bewohner:innen müssen überall garantiert sein", so Barbara Huemer, Gesundheitssprecherin der Grünen Wien.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.08.2026, 16:18, 17.08.2026, 13:27