Hochschwangere Test-Verweigerin von Spital abgewiesen?

Eine Schweizerin wollte vergangene Woche ihr drittes Kind gebären. Dazu müsse sie sich einem Coronatest unterziehen, sagte die Hebamme vor Ort. Die 30-Jährige fürchtete sich aber vor dem Nasentest und weigerte sich. Das Spital bestand aber auf den Test und empfahl eine Hausgeburt. (Symbolfoto)
Eine Schweizerin wollte vergangene Woche ihr drittes Kind gebären. Dazu müsse sie sich einem Coronatest unterziehen, sagte die Hebamme vor Ort. Die 30-Jährige fürchtete sich aber vor dem Nasentest und weigerte sich. Das Spital bestand aber auf den Test und empfahl eine Hausgeburt. (Symbolfoto)Getty Images/iStockphoto
Kurz vor der Geburt sollte die hochschwangere V. einen Coronatest abliefern. Als sie dies ablehnte, musste sie das Krankenhaus wechseln.

Kurz vor der Geburt nahmen sie einen Spitalwechsel vor: Ein junges Paar wollte am vergangenen Mittwoch sein drittes Kind im Spital Schwyz (Schweiz) gebären. K.V.* lag in den Wehen – schon acht Tage war sie über dem Geburtstermin, schreibt "Inside Paradeplatz". "Wir waren nervös und unsicher – auch wegen der Situation mit Corona", sagt ihr Mann C.V.*.

"Wir fühlten uns so unmenschlich behandelt"

Alles habe ganz normal angefangen: Eine Hebamme habe sie auf die Geburtenabteilung gebracht, die Infusion sei gelegt worden. Nach rund eineinhalb Stunden die Überraschung: Von der Hochschwangeren wurden zwei Coronatests verlangt, ein Speichel- und ein Nasenabstrich. "Wir fielen aus allen Wolken", sagt der Vater dem Online-Portal "20 Minuten". Sie hätten extra im Vorhinein abgeklärt, dass sie keinen Test machen müssten. "Meine Frau lehnt den Test über die Nase ab, weil sie Angst davor hat." Einen Speicheltest hätte sie hingenommen – doch das habe dem Spital nicht gereicht.

Die Diskussion kurz vor der Geburt ging weiter, die Vorgesetzten der Hebamme blieben weiterhin bei ihrem Standpunkt: Ohne Test keine Geburt. "Sie ließen nicht mit sich reden", sagt die 30-Jährige. Die Optionen: Ein anderes Spital ohne Testpflicht – oder eine Hausgeburt. "Die Wehen hatten zum Glück aufgehört – wohl wegen der Anspannung in diesem Moment", sagt der Mann. "Ich hatte Angst um meine Frau. Wir fühlten uns so unmenschlich behandelt in so einer schwierigen Situation."

Regelmäßig waren Patienten positiv

Das Spital Schwyz sagt auf Anfrage von "20 Minuten", dass die "höchste Schutzstufe" gilt. Weil die Patientin beim Eintritt den Covid-Test mittels Abstrich in der Nase explizit ablehnte und aus medizinischer Sicht nichts dagegen gesprochen habe, wurde der Wunsch der Patientin, in ein anderes Spital zu wechseln, respektiert. "Dies ist in der letzten Woche einmal geschehen", erklärt die Spitaldirektion schriftlich.

Das Spital Schwyz begründet sein Vorgehen folgendermaßen: "Bei den derzeit standardmäßig durchgeführten Tests vor sämtlichen stationären Eintritten, sind in den letzten Wochen regelmäßig positive Patientinnen und Patienten entdeckt worden." Ein positiver Test bedeute nicht, dass keine Behandlung durchgeführt werde. "Vielmehr bedeutet es, dass sämtliche Schutzmaßnahmen entsprechend dem Schutzkonzept für die Behandlung positiv getesteter Patienten angewendet werden", so die Spitaldirektion weiter. Die getroffenen Maßnahmen würden dem Schutz der Patienten und des Personals dienen.

Geburt verlief reibungslos

Für das betroffene Paar nahm die Situation ein glimpfliches Ende: Ihnen wurde vom Spital Lachen telefonisch versichert, dass sie dort auch ohne Test entbinden könnten. Kurzfristig änderten sie ihren Plan und machten sich auf ins Lachener Krankenhaus. Dort ging plötzlich alles schnell: Nach rund vier Stunden war das Kind auf der Welt.

Die Geburt verlief reibungslos, Mutter und Kind sind gesund. "Wir sind enorm froh, dass es doch noch so gut geklappt hat", sagt V. Was sie gemacht hätten, wenn kein Spital auffindbar gewesen wäre, kann er nicht sagen: "Eine spontane Hausgeburt wäre happig gewesen."

* Name der Redaktion bekannt

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