Höchstes Schmerzensgeld für schwerstbehinderte Nadina

Bild: Zoom Tirol

Es ist einer der bislang höchsten Schmerzensgeldbeträge, der jemals einer Patientin in Österreich zugesprochen wurde. Die heute achtjährige Nadina ist nach einer Operation schwerstbehindert und bekommt nun 700.000 Euro Schmerzensgeld plus Zinsen.

Die kleine Nadina war gerade einmal sechs Wochen alt, als sie für eine routinemäßige Leistenbruch-Operation im Jahr 2008 in eine Klinik in Innsbruck eingeliefert wurde. Den OP verließ sie schwerstbehindert. Es kam zu Komplikationen, massive Hirnschäden waren die Folge.
Die Eltern und Nadina mussten einen langwierigen Rechtsstreit durchstehen, der behandelnde Arzt wurde in einem Strafverfahren freigesprochen. Acht Jahre später hat das Gericht endlich entschieden, dass Nadina Schmerzensgeld erhält.
Pflege rund um die Uhr

Nadinas Eltern, Krankenpfleger und Kinderkrankenschwester von Beruf, pflegen sie rund um die Uhr. Für sie war das Urteil des Gerichts auch wichtig, um die Schuldfrage zu klären. "Zuerst hat die Klinik steif und fest behauptet, es liegt kein Fremdverschulden vor. Das Urteil spricht jetzt eine deutliche Sprache", so der Vater. "Für mich ist wichtig, dass jemand Verantwortung übernommen hat, für das was passiert ist, und es kein "schicksalshafter Verlauf" war. Jetzt weiß man, dass jemand falsch gearbeitet hat", so die Mutter.

Eine Pressekonferenz mit der Arbeiterkammer Tirol (AK), die der Familie half, symbolisiert nun das Ende des rechtlichen Kampfes. Das Gericht ordnete 567.123,24 Euro Schmerzensgeld an. Darin enthalten sind 25.000 Euro Verunstaltungsentschädigung, 355.474,80 Euro Pfegeaufwand und 150.000 Euro Schmerzensgeld. Zuvor hatte schon die Haftpflichtversicherung der Klinik 120.000 Euro überwiesen.
Zusammen sind das fast 700.000 Euro, einer der höchsten bislang in Österreich zugesprochenen Schmerzensgeldbeträge überhaupt.

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