Welt

Hoffnung für Prinz Friso schwindet dahin

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:19

Seit genau sechs Monaten liegt der niederländische Prinz Friso mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma. "Eine kritische Grenze", sagt jetzt ein prominenter Mediziner.

Seit genau sechs Monaten liegt der niederländische Prinz Friso mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma. "Eine kritische Grenze", sagt jetzt ein prominenter Mediziner.

Die bangt nach wie vor um das Leben von Prinz Friso (44). Der königliche Sohn liegt seit 17. Februar mit schweren Hirnverletzungen im Koma in der Wellington-Klinik in London, nachdem er in Lech am Arlberg beim Skifahren von einer Lawine verschüttet wurde. Lange 25 Minuten befand er sich ohne Sauerstoff unter den Schneemassen, 50 Minuten lang war er reanimiert worden.
Frisos Frau Mabel (44) besucht ihren Mann täglich in der Klinik, seine Mutter, Königin Beatrix fliegt wöchentlich zu ihrem zweitältesten Sohn. Die ganze Familie klammere sich an jeden Funken Hoffnung, dass Friso eines Tages wieder erwacht, sagte sein Bruder Prinz William Alexander (45) noch vor wenigen Wochen.
"Kritische Grenze"

Doch einer der führenden medizinische Ethiker Europas, Erwin Kompanje von der Universität Rotterdam, könnte ihnen jetzt diese Hoffnung nehmen. "Sechs Monate sind eine kritische Grenze", sagte er am Mittwoch im holländischen "Algemeen Dagblad". In den Niederlanden werde nach einem halben Jahr erwogen, die Behandlung zu beenden. Da Friso aber in einer Londoner Klinik liege, würden diese Richtlinien nicht gelten.
"Die königliche Familie wird vor schweren Entscheidungen stehen", sagt er und ergänzt: "Denn es kann derzeit nicht gesagt werden, ob Friso jemals wieder das Bewusstsein erlangen wird."
Homepage verändert

Noch hat der königliche Hof dazu geschwiegen. Jedoch: Letzte Woche wurde Frisos Biografie auf der königlichen Website angepasst. "Prinz Friso wurde am 17. Februar Opfer einer Lawine im Skigebiet von Lech, Österreich", steht dort nun. Langsam muss seine Frau Mabel den Töchtern Luana (7) und Zaria (6) wohl sagen, dass sie ihren Vater nicht mehr in den Arm schließen können.



Ermittlungen gegen Hotelier und Freund laufen noch

Auf Nachfrage von heute.at bestätigte die Staatsanwaltschaft Feldkirch übrigens, dass das Ermittlungsverfahren gegen Friso-Freund und damaligem Ski-Begleiter Florian Moosbrugger nach wie vor nicht abgeschlossen ist. Der Hotelier aus Lech hat den Prinzen nach dem Unglück ausgegraben, war mit ihm auf der Piste, als die Lawine abging. Zu näheren Details kann sich die Staatsanwaltschaft zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern.

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