Hofmanns 40er-Wunsch: "Impfstoff gegen deppertes Virus"

Jubilar Steffen Hofmann
Jubilar Steffen Hofmannpicturedesk.com
Steffen Hofmann feiert seinen vierzigsten Geburtstag! Im "Heute"-Interview spricht die Rapid-Ikone über Wünsche, den neuen Trainerjob und die Familie.

Auch ein Fußballgott wird älter. Steffen Hofmann begeht am 9. September seinen 40er. Eine Tatsache, die dem Deutschen weder Freudentränen, noch Schweißperlen entlockt. Gefeiert wird – auch "dank" Corona – nicht überschwänglich. Fix ist: Beim grün-weißen Tag der offenen Tür im Allianz Stadion wird der Jubilar heute (ab 16 Uhr) dennoch einigen Gratulanten über den Weg laufen. "Heute" bat die Rapid-Legende bereits vorab zum Geburtstags-Interview.

"Heute": Herr Hofmann, heute werden Sie 40 Jahre jung. Was bedeutet Ihnen der runde Geburtstag?

Steffen Hofmann: "Gar nichts, wirklich. Mir ist das sowas von wurscht. Es ist nur eine Zahl."

Man sagt ja oft, man ist so alt, wie man sich fühlt. Wie alt fühlen Sie sich?

"Nicht wie 40. Aber ich muss schon gestehen, dass es mir körperlich schon besser ging. Wenn ich mittrainiere oder was mache, dann spüre ich das länger. Aber so fühle ich mich gut. Ich will über nichts jammern. Es ist das Wichtigste, dass man mit sich und dem Leben zufrieden ist."

Mit welchem Geschenk könnte man Sie zum 40er am ehesten überraschen?

"Um ganz ehrlich zu sein: Am schönsten wäre es, wenn ein Impfstoff gegen das depperte Virus entwickelt wird und wir alle wieder ins normale Leben zurückkommen. Das würde ich mir am allermeisten wünschen. Dass alle wieder ins Stadion gehen können. Ansonsten freue ich mich, wenn alle gesund bleiben."

Eine große Feier wird es vermutlich nicht geben.

"Genau. Aufgrund des Virus und außerdem bin ich mit der Mannschaft eingespannt. Wir dürfen ja gar nicht viel Kontakt haben. Aber: Am Mittwoch ist Tag der offenen Tür mit einem Legendenspiel, da bin ich dabei. Ich bekomme zu meinem Geburtstag ein Spiel, das kann auch nicht jeder von sich behaupten."

Seit gut einer Woche betreuen Sie die zweite Rapid-Mannschaft. Haben Sie sich schon an die Anrede "Cheftrainer Steffen Hofmann" gewöhnt?

"Nein, noch nicht. Es ist doch sehr unverhofft gekommen. Aber man hat mich darum gebeten, deswegen habe ich gesagt: Ich mach das. Ich kenne die Jungs, deshalb war es vermutlich die logischste Lösung für den Moment. Jetzt schauen wir einfach, wie es vorwärts geht. Es macht mir unheimlich viel Spaß."

Wie überraschend kam das Angebot wirklich?

"Sehr. Ich hatte wirklich keine Ahnung. Letzten Montag habe ich am Rapid-Charity-Golf-Turnier teilgenommen. Als ich fertig war, habe ich auf mein Handy geschaut und habe gesehen, dass mich Zoki Barisic angerufen hat. Er hat mich gefragt, ob ich das machen kann. Für mich war wichtig zu wissen, dass da gute Leute im Betreuerteam um mich herum sind, dass ich nicht alleine dastehe. Denn ich kann manche Dinge gut und manche weniger gut – bei denen brauche ich Hilfe. Ich habe kein Problem damit, jemanden zu fragen, der sich besser auskennt."

Wer wird in den nächsten Wochen mehr lernen: Sie oder die Spieler?

"Ich hoffe, dass wir beide viel voneinander lernen können. Der Vorteil ist einfach, dass ich die Jungs schon kenne und als Talentemanager viel bei der Mannschaft dabei war. Deswegen habe ich einen gute Draht zu den Spielern."

Müssen die Spieler jetzt Sie zu Ihnen sagen?

"Es dürfen alle per Du sein, auch wenn manche Sie sagen. Mir ist am liebsten, wenn sie nicht Trainer zu mir sagen."

Wie hat die Familie auf den neuen Job reagiert? Immerhin sind Sie jetzt wieder mehr unterwegs.

"Das war nicht so einfach. Vor allem, weil es nie im Raum stand, dass ich das mache. Aber manchmal ergeben sich Dinge im Leben, die muss man positiv angehen. Ich sehe das als etwas, wo ich viel lernen kann. Sicher will ich möglichst erfolgreich sein, aber ich freue mich einfach auf die Aufgabe. Und ja, ich bin wieder ein bisserl mehr unterwegs."

Ihre Arbeit als Talentemanager ruht vorerst oder machen Sie das nebenbei weiter?

"Wir müssen erst schauen, wie wir das lösen. Denn es war schon auch ein Job, der sehr viel Zeit verbraucht hat. In dem Ausmaß von bisher wird es sicher nicht mehr gehen. Aber ich habe schon vor, mit den Jungs in Kontakt zu bleiben und für sie da zu sein, wenn sie mich brauchen."

Sie kennen die meisten Spieler von Ihrer Tätigkleit als Talentemanager. Ein großer Start-Vorteil im Trainer-Business?

"Ich kenne die Spieler schon zwei, drei Jahre. Das erleichtert mir den Start natürlich so knapp vor der Meisterschaft. Vor allem weiß ich nicht nur, wie sie auf dem Platz sind, sondern auch wie sie abseits davon ticken. Ich weiß, was wichtig für sie ist. Ich versuche jetzt eben als Trainer ihnen dabei zu helfen, eine gute Karriere zu haben. Es geht nicht darum, jedes Spiel zu gewinnen. Das Hauptziel ist es, die Spieler auf eine gute Karriere bei Rapid vorzubereiten."

Haben Sie bereits Trainingspläne im Kopf, oder übernehmen Sie die von Vorgänger Zeljko Radovic? Die Co-Trainer blieben ja die selben.

"Wir setzen uns immer zusammen und besprechen, in welche Richtung es gehen soll. Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam. Wenn wir uns nicht einig sind, muss ich eben die Letztentscheidung treffen. Das funktioniert bislang ganz gut. Vor dem Liga-Start wird es aber bei allen Beteiligten sicher zum Kribbeln beginnen. Wir versuchen dennoch, mit viel Freude und ohne Angst in die Saison heranzugehen."

Haben Sie die Sorge, dass es schief gehen könnte? Dass Sie einen Fehlstart hinlegen und dann Unmut aufkommt?

"Ich denke nicht. Wir haben eine gute Mannschaft, auch wenn sie sehr jung ist. Es ist dann auch immer die Frage, wer von der ersten Mannschaft runterkommt und umgekehrt. Aber ich freue mich über jeden Spieler, der oben bleibt. Das ist ja das Ziel. Wenn sie dann noch ein paar Spieler haben wollen, dann werden wir kompensieren und mit noch jüngeren spielen."

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