Hohe Krebsgefahr durch Valsartan-Blutdrucksenker

Allein in Österreich seien mehr als 70.000 betroffen.
Allein in Österreich seien mehr als 70.000 betroffen.Bild: iStock
Blutdruckmittel mit dem Wirkstoff Valsartan sind offenbar noch gefährlicher als zunächst angenommen.

Anfang Juli hat das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen über einen Arzneimittel-Rückruf informiert. Die betroffenen Medikamente vom chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai Pharmaceutical, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, seien chemisch verunreinigt.

"Grund für den Rückruf ist eine mögliche produktionsbedingte Verunreinigung des Wirkstoffs mit N-Nitrosodimethylamin. Dieser Stoff ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft", hieß es in der entsprechenden Aussendung vom 6. Juli.

Gefährlicher als angenommen

Jetzt liegen neue besorgniserregende Erkenntnisse von einem Test des Zentrallabors Deutscher Apotheker vor. Demnach sei der Wirkstoff Valsartan hochgradig mit dem krebserregenden Stoff Nitrosamin belastet. Mit nur einer Tablette pro Tag könnten Patienten so viel Nitrosamin aufgenommen haben wie mit dem Konsum von zwei bis zehn Kilogramm gepökeltem Fleisch*.

Allein in Österreich seien von dem Rückruf rund 71.000 Hochdruckpatienten betroffen. Aktuell werden rund 500.000 Österreicher wegen Bluthochdrucks behandelt.

*) Pökelsalz enthält Nitrit, deshalb sollten gepökelte Fleischwaren wie Surschnitzel, Schinken, Speck oder Würste wie Frankfurter und Käsekrainer gekocht werden. Wird das Fleisch gegrillt oder gebraten, kann aufgrund der hohen Temperaturen Nitrit austreten. Wenn dieses mit den Proteinen vom Fleisch reagiert, kommt es zur Bildung von schädlichen Nitrosaminen.

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(red)

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