Höhere Steuer auf Fleisch? So denken die Parteien

Rindfleisch in einem Supermarkt. Symbolfoto
Rindfleisch in einem Supermarkt. SymbolfotoBild: iStock
Dem Klimaschutz zuliebe sollten wir alle viel weniger Fleisch essen. Nun kommt die Debatte über eine eigene Fleisch-Steuer auf.
In Deutschland wird gerade über höhere Steuern auf Fleisch diskutiert. Ein kontroverses Thema, es finden sich sowohl Befürworter als auch harte Gegner der Idee. Wir haben die Situation in Österreich zusammengefasst:

Was ist eine Fleischsteuer?



Die Idee ist, Fleisch für den Konsumenten teurer zu machen. Eine Steuererhöhung auf tierische Produkte hätte positive Folgen für das Klima, heißt es.

In Deutschland, wo die Steuern auf Fleisch derzeit nur sieben Prozent betragen, gibt es den Vorschlag, diese an den normalen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent anzupassen. Mehrere Parteien (CDU, SPD, Grüne) sind bereit, ernsthaft darüber nachzudenken. Auch eine "Tierwohlprämie" wurde vorgeschlagen.

CommentCreated with Sketch.46 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die beiden wichtigsten Gründe dafür sind die Klimakrise und das Tierleid. Eine Fleischsteuer würde beide Probleme lindern, glauben Befürworter. Das zusätzliche Geld, das man mit dem teureren Fleisch einnimmt, würden die Landwirte für eine tiergerechtere und klimaschonendere Haltung ausgeben.

Ist wer in Österreich dafür?



In Österreich wird derzeit noch nicht über eine Fleischsteuer diskutiert. Die Zeitung "Die Presse" hat bei den Parteien nachgefragt. Nur die Liste Jetzt will eine Fleischsteuer. Die Mehrheit der Bevölkerung würde sich ein Ende der Massentierhaltung wünschen, so Tierschützer Martin Balluch, deshalb solle man auch die Kosten gemeinsam tragen.

Alle anderen sind dagegen. "Fleisch darf nicht zum Luxusprodukt werden", heißt es aus der ÖVP. Ein "klares Nein" kommt auch von der FPÖ. Die SPÖ weist in ihrer Absage darauf hin, dass Fleisch in Österreich ohnehin schon höher besteuert sei als in Deutschland. Das stimmt, bei uns wird kein steuerlicher Unterschied zwischen tierischen und nicht-tierischen Lebensmitteln gemacht.

Die Grünen wollen statt einer Fleischsteuer lieber Produktionsformen wie Vollspaltenböden verbieten. Die Neos sehen den Klimawandel durch eine CO2-Steuer viel besser bekämpft als mit einer erhöhten Steuer auf Fleisch, die Menschen mit niedrigem Einkommen treffen würde.

Die Interessensvertretungen in diesem Bereich sind sich ebenfalls uneinig. Die Bauern wären für höhere Fleischpreise, die heimischen Händler dagegen. Dass man mit einer vergleichsweise kleinen Steuererhöhung den Fleischkonsum der Bevölkerung senken kann, glauben aber beide nicht. Die Konsumenten würden höchstens ein paar Monate murren, dann aber weiterhin so einkaufen wie zuvor.

Im internationalen Vergleich



Und auch die Fleischproduktion weltweit darf man nicht über einen Kamm scheren. Während die industrielle Fleischproduktion global gesehen für 15 bis 20 Prozent aller Emissionen verantwortlich ist und damit als einer der größten Verursacher von Treibhausgasen gilt, ist es in Österreich nicht ganz so schlimm.

Denn bei Rindfleisch (dessen Produktion im Allgemeinen besonders klimaschädlich ist) kommt es stark darauf an, wo und wie die Rinder leben. Fleisch aus Europa, besonders aus Österreich, gilt als klimaschonend, weil keine Regenwälder dafür abgeholzt werden und wenig Kraftfutter zum Einsatz kommt.

Das jüngst finalisierte Rindfleisch-Abkommen mit den USA geht für Klimaschützer jedenfalls in die falsche Richtung:

(csc)

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